Berlin : Nicht nur echt mit der Goldkante

Andreas Skala sammelt Polizeimützen aus aller Welt

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Schuld ist Opa. Wenn der nicht nachgegeben und seinem Enkel Andreas vor ungefähr 25 Jahren diese Uniformmütze geschenkt hätte, würde der Berliner Polizist heute womöglich Briefmarken sammeln. Aber mit der weißen Kopfbedeckung des Arbeiter-Samariter-Bundes begann eine ungewöhnliche Leidenschaft. Andreas Skala ist inzwischen zum „Europameister“ der privaten Polizeimützensammler aufgestiegen. Der Kreuzberger besitzt mit genau 1761 Polizeimützen die größte Sammlung auf unserem Kontinent. Das sei anhand einer Liste, die auf den jährlich stattfinden Börsen ausliegt, auch nachweisbar, erklärt Skala.

Seine Neubauwohnung dürfte nun wirklich nicht kleiner sein. Eigentlich ist es ja ein Museum, das er dort gemeinsam mit seiner Frau Gudrun vor drei Jahren einrichtete. Im Korridor hängen Handschellen an der Wand, in den Schränken stehen grün bepinselte Plastikautos und Teddybären mit selbst genähten Uniformen. Das geräumige Wohnzimmer wird von drei Schaufensterpuppen in französischer und englischer Polizeikluft „bewacht“. Und in einer Vitrine stehen Pickelhauben aus dem vorigen Jahrhundert. Obendrauf hat der 29-jährige Polizeimeister seine größten Schätze gepackt: Die vier Originalmützen der einstigen Berliner Stadtkommandanten. Im Unterschied zu „normalen“ Arbeitszimmern in den eigenen Vier-Wänden, in denen sich meistens Akten stapeln, liegen bei Skala Mützen. Verschiedene Farben und Formen, dicht gedrängt, ungefähr 600 Stück. Andreas Skala kann zu jedem Exemplar eine Geschichte erzählen. Aufwändig verzierte Schirmmützen mit goldenen Eichenkränzen liegen neben schlichten Modellen. Seit 1989 zeigt er seine Schätze auf Ausstellungen. Mehr als 160 waren es bisher, meistens zu „Tagen der offenen Tür“ bei der Polizei.

Natürlich ist der Polizist, der in einer Kreuzberger Dienststelle arbeitet, ständig auf der Suche nach neuen Exemplaren. Europa hat er nach eigener Aussage bereits „vollständig abgedeckt“. Aber ihm fehlt noch Nordkorea, Gabun, Angola und Benin. Auf eine Mütze aus Thailand musste er nach einem Brief an die Botschaft drei Jahre warten. Erst dann kam ein Paket mit einem persönlichen Brief – vom König.Steffi Bey

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