Berlin : Nichts genaues weiß man nicht

Esther Kogelboom

Höchste Geheimhaltung bei der Wahl der SchlafstättenEsther Kogelboom

Irgendwo müssen sie ihr prominentes Haupt ja betten. Doch wo genau die Berlinale-Stars nächtigen, bleibt strengstens unter Verschluss. Aus dem Ritz Carlton Schlosshotel, das als Schlafstätte des schönsten Ertrinkenden der Filmgeschichte heiß gehandelt wird, heißt es: "Ob Leonardo di Caprio oder ein anderer Star wirklich kommt, erfahren wir erst dann, wenn die Limousine vorfährt." Di Caprio soll ausschließlich mit seiner Mutter, seiner Oma aus dem Kohlenpott und lediglich einem Leibwächter nach Berlin kommen - vielleicht haben die Damen schon trainiert, wie man aufdringlichen Fans mit dem Handtäschchen eins überzieht.

Auch im Grand Hyatt, das immerhin nur einen Steinwurf vom Austragungsort der Jubiläums-Berlinale entfernt ist, hüllt man sich in elaboriertes Schweigen. Sicher ist dort nur, dass Berlinale-Stars zu Gast sein werden. Welche - das bleibt geheim. Im Gespräch sind Gwyneth Paltrow und Mel Gibson. Im Hotel Adlon gibt man ebenfalls keine Auskünfte über den Verbleib der prominten Schauspieler. "Aus Rücksicht auf die Privatsphäre", ist zu hören, und: "Wir wollen schließlich mit den Verleihfirmen noch viele Jahre kooperieren." Autogrammjäger, die auf einen Drink mit George Clooney hoffen, sollten ihr Glück also an einer guten Hotelbar ihrer Wahl versuchen und dabei auf Clooneys Frisur Acht geben. Das Haupthaar des "Emergency Room"-Doktors müsste immer perfekt liegen - schließlich hat der Mann seinen persönlichen Coiffeur im Gepäck. Ein bisschen Zufall ist bei der Autogrammjagd natürlich immer unabdinglich.

Wer davon träumt, mit Jeanne Moreau im Fahrstuhl stecken zu bleiben, könnte mit dem Interconti an der Budapester Straße nicht schlecht liegen. An der Rezeption des Luxus-Hotels hat man von der "grande dame" allerdings noch nie etwas gehört. Im Interconti findet heute Abend auch der traditionelle Berlinale-Eröffnungsempfang statt, wo sich trifft, wer dazugehört und dazugehören will. Wer einen Platz in der Nähe des roten Teppichs ergattern will, sollte frühzeitig da sein. Am Interconti, dem traditionellen Ort für den Berlinal-Eröffnungsempfang, hat die Festspielleitung auch diesmal festgehelten. Offizziell heißt es, im Hotel Hyatt am Potsdamer Platz sei nicht genügend Platz. Damit wird die Berlinale ihrem alten Image wieder gerecht: Es gilt als das Filmfestival der langen Wege.

Die Partys für die Berlinale sind bereits arrangiert, die Zugangskontrollen diesmal ganz besonders scharf. Es reicht nicht einfach, irgendwo auf einer Gästeliste zu stehen. Wer zu den heiß begehrten Premierenpartys der Filmverleiher gehen will, muss sich sein persönliches Ticket ebenso persönlich abholen. Und einfach jemanden mitbringen, ist nicht drin: "Die Karte gilt nur für eine Person". Basta. Die Party-Orte liegen nicht immer am Potsdamer Platz. Gefeiert wird unter anderem im Alten Stadthaus am Molkenmarkt und im Dresdener Bahnhof in Kreuzberg. Der Kultur-Staatssekretär Michael Naumann schwimmt gegen den Strom: Er lädt die Filmwelt in den 25. Stock des Sony-Hochhauses.

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