Berlin : Nicolas Cage wollte bei Lenin sein

Berlinale-Feiern und kein Ende: Die Gäste reisen von Party zu Party

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Das BerlinaleParty-Publikum ist wohl das konditionsstärkste der Welt. Kein Tag ohne Feten und Empfänge, und immer ist es proppevoll. Das beliebteste Filmfestspiel bleibt das Partyhopping, wie die Beispiele aus der Nacht zu Montag zu zeigen.

Nordrhein-Westfalens Film-Empfang . Es wird immer wichtiger, sich den Berlinale-Empfang der Nordrhein-Westfalen nicht entgehen zu lassen. Es wird nämlich zu einer neuen Tradition, dass die Filmstiftung NRW zusammen mit der Landesregierung einlädt, diesmal in die neue Vertretung des größten Bundeslandes. Ministerpräsident Peer Steinbrück begrüßte die vielen Gäste mit einigem Selbstbewusstsein, das Michael Schmid-Ospach , Chef der Filmstiftung, noch untermauerte: 18 Filme im Programm des Festivals sind mit finanzieller Hilfe der Nordrhein-Westfalen entstanden, wie „Good bye, Lenin“ von Wolfgang Becker . In den vollen Foyers war alles da, was zurzeit in der Stadt ist und im deutschen Film einen Namen hat. Zum Beispiel die Schauspieler Hannelore Elsner , Joachim Król , Nina Petri , Hannes Jaennicke , Katrin Saß , Hardy Krüger junior , Daniel Brühl , die Regisseure Tom Tykwer , Andrzej Wajda und Oskar Roehler sowie die Filmproduzentin Regina Ziegler . Politiker waren auch da, Superminister Wolfgang Clement oder Günther Nooke . oew

Dustin-Hoffman-Premiere . Fast eine halbe Stunde verzögerte sich am Sonntagabend die Premiere von „Moonlight Mile“ bei der Berlinale im Zoo-Palast, weil sich Hauptdarsteller Dustin Hoffman viel Zeit für die draußen wartenden und frierenden Fans nahm. Drinnen gab’s dann viel Applaus. „Panorama“-Sektionsleiter Wieland Speck schwärmte vom Zoo-Palast, der großen Leinwand und dem Wolkenvorhang. Er fragte: „Woran erinnert Sie dieser Vorhang?“ Hoffman drehte sich um, strich mit beiden Händen über den gerafften Stoff und sagte: „Tootsie“. Den Film hatte Hoffman zur Berlinale 1983 vorgestellt. oew

Nicole-Kidman-Filmfete. Die Spannung steigt. Kommt sie, kommt sie nicht? Eben ließ sie noch auf dem roten Teppich am Potsdamer Platz feiern, die Nachricht verbreitet sich, sie sei losgefahren. Am Ende … nichts. Alle haben umsonst gewartet. Obwohl als Höhepunkt der „Blue Night“ angekündigt, lässt sich Nicole Kidman am Sonntagabend bei der Party im Restaurant Yva-Suite doch nicht mehr blicken. Oliver Berben , Thomas Peter Friedl und die Münchner Constantin Film AG luden im Anschluss an die Filmpremiere des britischen Wettbewerbsbeitrags „The Hours“ in das Charlottenburger Szene-Lokal ein. Obwohl der Auftritt des Weltstars ausbleibt, lassen sich die 200 Party-Gäste die Stimmung nicht verderben und feiern ausgelassen bis in den Morgen. Für genügend, wenn auch „nur“ heimische Prominenz ist mit den Schauspielerinnen Veronica Ferres und Sonja Kirchberger , Filmproduzent Bernd Eichinger und der im letzten Jahr als Freundin von Boris Becker gehandelten Mariella Ahrens jedenfalls auch so gesorgt. Während Model Nadja Auermann gleichzeitig mit dem Schauspieler Joachim Król und Martin Krug , dem Ehemann von Ferres, herumalbert, schwärmt Hannelore Elsner von dem ebenfalls auf der Berlinale gezeigten Wolfgang-Becker-Film „Good Bye, Lenin!“ und tanzt später mit einem Verehrer zu Latino-Musik. Und mit Ed Harris („Die Truman Show“), „The Hours“-Regisseur Stephen Daldry und Miramax-Produzent Harvey Weinstein schaffen es schließlich doch noch Hollywood-Größen zur „Blue Night“ in die Yva-Suite – und haben Spaß. jul

„Good bye, Lenin“-Fete . Da sage noch einer, für deutsche Filme interessiere sich in der weiten Welt keiner. Der Besuch der Hollywood-Größe Nicolas Cage war wohl die größte Überraschung auf der Premierenparty für „Good bye, Lenin“. Cage kam, sah und stieg zur VIP-Empore empor, die im Szene-Club Cookies aus Baugerüsten errichtet worden war. Dort plauderte er mit der Filmcrew, darunter Hauptdarsteller Daniel Brühl und Kathrin Saß . Obenauf (auf der Empore) waren auch Schauspieler Winfried Glatzeder , seine Kollegen Hannelore Elsner, Michael Gwisdek und Regisseur Oskar Roehler . Unten quetschten sich die Schauspieler Benno Fürmann , Armin Rohde und Jü rgen Vogel durchs Gedränge und trafen dabei auf Jürgen Tarrach , der selbst in der Hitze nicht auf seinen über die Schultern drapierten Schal verzichten wollte. Er hätte sich mal ein Beispiel an Hollywood nehmen sollen, denn Nicolas Cage huschte zehn nach halb eins ohne Hut und Mantel in Richtung Limousine, stoppte draußen bei den wartenden Fans und schrieb Autogramme. ling

„Partymonster“-Feier . Mitte ist hip, auch während der Berlinale. Allerdings wird es zunehmend schwieriger, neue Partyorte zu finden. Das angesagte „Cookies“ in der Charlottenstraße war schon für die „Lenin“-Fete ausgebucht, so dass der Verleih des „Partymonster“-Streifens in den Club unter dem Riverside-Hotel einlud. Nur einige wenige hundert Meter entfernt vom Cookies feierte hier der nächste Gast aus Hollywood: Macaulay Culkin . Er spielt darin das „Partymonster“, einen angesagten Partymacher aus den Neunzigern. Ganz so trendy wie das Cookies war der Ort nicht, aber dafür gab es den schöneren Blick: auf die nächtlich funkelnde Spree. Den genoss auch Regisseur Ed Harris , der auf Fetenfahrt durch Berlin war. Man passt sich eben schnell an auf der Berlinale. ling

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