Berlin : Nie mehr Orange

Österreichischer Abschied für Ex-BSR-Chef

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Sozusagen auf extraterritorialem Boden kam der Geschasste nochmals nach Berlin, aber keineswegs in geknickter Stimmung: der Abschiedsempfang, den der österreichische Botschafter Christian Prosl dem im März fristlos gekündigten Chef der Stadtreinigung, Gerhard Gamperl , in seiner Residenz gab, war im Gegenteil warm und freundschaftlich. Zwar geisterte die Schlacht von Königgrätz kurz durch den Raum, aber eher als rhetorisches Dekor – der preußisch- österreichische Erzkonflikt hatte akkurat auf den Tag vor 140 Jahren begonnen. Gamperl, inzwischen bei der österreichischen Bundesbahn als Leiter des Konzerncontrolling schon wieder in Amt und Würden, sah vielmehr mit Genugtuung und selbstbewusst auf seine so abrupt abgekürzten Berliner Jahre zurück. Kein Wort über Wirtschaftssenator Wolf, der ihn 2004 überschwänglich begrüßt und nur zwei Jahre später von einem Tag auf den anderen entlassen hatte, dafür anerkennende Worte für die Berliner Stadtreinigung und eine positive Bilanz: Er habe wichtige Veränderungen einleiten können und das beste Ergebnis der letzten fünf Jahre erreicht. Den Abschied erleichterte ihm eine – trotz WM-Spieltag – eine große Gästeschar, keineswegs nur Auslandsösterreicher. Als solcher outete sich allerdings Markus Klinner , McKinsey-Partner, der den Kurz-BSR-Chef mit historischen Fundstücken aus der ruhmreichen BSR-Geschichte erfreute. Aus dem Abgeordnetenhaus gaben Uwe Goetze , parlamentarischer Geschäftsführer der CDU, Klaus-Peter von Lüdeke von der FDP und Volker Ratzmann , Fraktionsvorsitzender der Grünen, Gamperl die Ehre, desgleichen Jörg Simon , Chef der Wasserbetriebe, der frühere Finanzsenator Wolfgang Branoner , der langjährige IHK-Chef Werner Gegenbauer und KPMG-Wirtschaftsprüfer Philipp Grossmann . Vermutlich machte es den Abschied für Gamperl auch fröhlich, dass die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen ihn eingestellt worden sind. Und in Berlin werde man ihn, versicherte er auch , wiedersehen. Vielleicht schon im Herbst. Dann steht das Hauptverfahren vor dem Landgericht an, dem er zuversichtlich entgegensieht. Rdh.

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