Berlin : Nie wieder doof

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VON TAG ZU TAG

Bernd Matthies über Computer

und wie sie garantiert nicht Schule machen

Jeder, der mal ein paar Stunden mit einem Computer zugebracht hat, kennt das Grundprinzip dieser Dinger: Jede Stunde segensreicher Arbeit wird mit zwei Stunden bedeutend weniger segensreicher Wartung erkauft. Nur blutige Laien glauben, ein solches Gerät, einmal eingerichtet, laufe ohne Unterlass. Experten wissen, dass das Gegenteil richtig ist: Dann fängt die Arbeit erst an.

Das hat man auch in den Berliner Schulen gewusst, als die Lawine von neuen Computern alle Bedenken begrub. Es war zu verlockend, einfach mal anzunehmen, dass das Internet gleich einem neuen Nürnberger Trichter alle Bildungswunden heilen könnte – einmal online, nie wieder doof. Doch wer die Geräte bedienen, warten, reparieren würde, das war völlig unklar. Nein: Es war ganz klar, dass niemand das tun würde, ein paar ABMKräfte mit auslaufenden Zeitverträgen ausgenommen. Doch das politische Kalkül lief wie immer darauf hinaus, dass die Lehrer, die ja sonst nix zu tun haben, das schon richten würden. Oder noch besser: Dass sich gleich die Schüler um die Computer kümmern, jene Schüler, die den Umgang mit den Geräten doch eigentlich erst lernen sollten.

Da stimmt hinten und vorn nichts mehr. Oh, nun muss ein neues Konzept her, mit Ermäßigungsstunden, die doch gerade im Zeichen der Finanznot in Massen eingesammelt wurden. Und wenn das „Support-Konzept“ eines Tages wirklich kommen sollte, wird man vermutlich feststellen, dass die schönen Computer gottlob längst veraltet sind. Und einfach weitermachen wie bisher.

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