Berlin : Nie wieder radlos

Tagesspiegel-Service für Abonnenten: Wir registrieren Ihr Fahrrad – und helfen es wiederzufinden, wenn es gestohlen wurde

Mandy Schielke

Jährlich werden in Berlin über 20 000 Fahrräder gestohlen. Ein Großteil davon wird weiterverkauft. Viele landen nach ein paar Monaten im Fundbüro. „Doch weil die Besitzer der Fahrräder ihre Suche zu diesem Zeitpunkt oft schon aufgegeben haben, werden 90 Prozent der Fahrräder versteigert“, berichtet Manfred Schneider vom zentralen Fundbüro Berlin. Der Tagesspiegel arbeitet ab sofort mit dem Fundbüro zusammen und hilft dabei, geklaute Fahrräder wieder an ihre Besitzer zurückzugeben.

Dafür können Abonnenten ihr Fahrrad in einer Datenbank registrieren lassen. Die Produktionsnummer, die im Rahmen unterhalb des Tretlagers eingraviert ist, dient dabei als Identifikationsmerkmal. Um sie zu finden, müssen Sie das Rad auf den Kopf stellen. Wie der kostenlose Service funktioniert, lesen Sie im grauen Kasten.

Die Idee dazu stammt aus Österreich. Seit 1992 bietet die Tageszeitung „Vorarlberger Nachrichten“ ihren Lesern einen ähnlichen Service. Mittlerweile sind mehr als 30 000 Fahrräder in der Datenbank der Vorarlberger Nachrichten gespeichert.

In Berlin werden die meisten Fahrräder im Osten der Stadt geklaut. Spitzenreiter war im vergangenen Jahr der Stadtbezirk Pankow, wo fast drei Mal so häufig ein Rad wegkommt wie zum Beispiel in Reinickendorf: Pro 100 000 Einwohner waren es in Pankow 992 Räder, in Reinickendorf 368.

Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist seit Anfang der 90er Jahre deutlich gesunken. Während 1992 noch knapp 38 000 Fahrraddiebstähle bei der Polizei angezeigt wurden, waren es im letzten Jahr nur noch 23 000.

Die Polizei kann jedoch nur sehr wenige Fahrraddiebstähle aufklären. „Nur bei sechs von 100 Diebstählen können wir den Täter ermitteln“, sagt Winfried Roll von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Berlin. Zumeist sind es Kinder und Jugendliche unter 21 Jahren, die des Fahrraddiebstahls überführt werden können.

Fahrräder, die herrenlos mehrere Wochen am gleichen Ort stehen, werden von der Polizei in Gewahrsam genommen. Bevor sie auf dem Fundbüro landen, bleiben sie erst einmal mindestens sechs Wochen auf den Polizeirevieren. „Denn oftmals kommen die Fahrradbesitzer nach dem Diebstahl mehrmals auf das Revier und erkundigen sich nach ihrem Gefährt“, berichtet Manfred Roll. „Von vielen gestohlenen Fahrrädern findet die Polizei jedoch nur noch den Rahmen wieder. Denn alles Brauchbare wird von den Dieben oder Passanten, die auf ein Fahrrad aufmerksam geworden sind, abmontiert“, so Roll weiter. Der Rahmen wird nicht mehr aufs Polizeirevier gebracht, sondern von der Müllabfuhr entsorgt.

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