Nikolaus-August-Otto-Schule : Ringen um gymnasiale Oberstufe

Eine Gemeinschaftsschule in Zehlendorf fühlt sich vom Senat gebremst.

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Von der Hauptschule zum Abitur – dieser Traum ist nicht nur auf dem Campus Rütli kurz vor der Realisierung. Auch in Mitte hat es die hoch angesehene ehemalige Heinrich-von-Stephan-Hauptschule geschafft und wird 2013 als Gemeinschaftsschule mit einer eigenen gymnasialen Oberstufe starten. Jetzt aber tobt ein Kampf um den dritten ambitionierten Versuch dieser Art: Die Lichterfelder Nikolaus-August-Otto-Gemeinschaftsschule hat noch keine Zusage für ihre Oberstufe. Jetzt haben sich die Schüler eingeschaltet.

„Wir sind der Meinung, dass die Anmeldezahl erheblich zurückgehen wird und viele Schüler den Ehrgeiz, ihr Abitur zu machen, verlieren, wenn die Oberstufe nicht eingeführt wird“, heißt es in einem offenen Brief an Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Die Schüler befürchten, dass der von der Bildungsverwaltung empfohlene Wechsel nach der 10. Klasse auf ein Oberstufenzentrum keinen Anklang finden und gute Schüler vergraulen wird.

Auch Eltern und Lehrer sehen die ambitionierte Reformschule in Gefahr. Der Grund: Als sich die Grundschule am Rohrgarten in Nikolassee 2008 bereit erklärt hatte, mit der ehemaligen Nikolaus-August-Otto-Hauptschule zur einzigen Gemeinschaftsschule des Bezirks zu fusionieren, waren alle davon ausgegangen, dass die Schule bis zum Abitur führen würde.

Dies aber hat sich inzwischen als Fehlannahme herausgestellt. Die Bildungsverwaltung beanstandet Lücken im pädagogische Konzept. Zudem sei nicht klar, wo die Schule die 50 Schüler hernehmen will, die mindestens nötig sind, um eine Oberstufe im Kurssystem einigermaßen effizient betreiben zu können. Nun haben die Schule und der Bezirk bis 15. Oktober Zeit, um Antworten zu finden.

Bildungsstadträtin Cerstin Richter-Kotowski hat sich bislang nicht so eindeutig hinter die Schule gestellt, wie sich die Eltern das wünschen. Einige argwöhnen, dass die CDU-Politikerin der Gemeinschaftsschule keinen Erfolg gönnt, weil es sich um das einzige Vorzeigeprojekt der Linken im Bezirk handelt.

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