Berlin : Nimmermüder House-Meister

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Die Geschichte liegt mittlerweile ein wenig zurück, doch wenn sich DJ Divinity daran erinnert, kann er sich immer noch in Rage reden. „Man kommt mir nicht dumm“, sagt er. Die Worte aus seinem Mund fangen an, sich zu überschlagen, plötzlich ist alles wieder präsent.

Was ist geschehen? An einem Freitag im August soll er im Club 90 Grad auflegen, die neuen Besitzer haben ihn kurzfristig gebucht. Divinity kennt den Club gut, ist mit ihm groß geworden, kein Grund zur Panik also. Doch dann kommt alles anders. Das liegt nicht nur daran, dass sich an diesem Abend mehrere Gäste einen Song von Sängerin Shakira wünschen. Shakira? Gehört nicht zu seinem Repertoire. Der Mann hinter den Plattenspielern ist konsterniert. Kurze Zeit später fragen ein Barkeeper und einer der Chefs, ob er nicht „kommerziellere Musik“ spielen könne – da reicht es Divinity. Wütend bricht er ab, verlässt den Club. Und will ihn vorerst auch nicht mehr betreten.

„Ich mache Kunst. Ich bin kein Automat, in den man Geld reinsteckt und dann die Musik zu hören bekommt, die man sich wünscht“, sagt Divinity. Wer ihn kennt, der weiß ohnehin, dass seine Plattenkiste seit jeher ausschließlich mit House-Musik bestückt ist. Zudem bereitet er sich auf seine Auftritte vor, überlegt sich ein Showkonzept, probiert Kostüme aus, stellt die Musik zusammen. Divinity, der seinen richtigen Namen nicht verrät, versteht sich eben als Künstler.Glücklicherweise sind Vorfälle wie dieser eine Ausnahme. Denn eigentlich ist Divinity, dessen Pseudonym in etwa der Göttliche bedeutet, ein viel gebuchter Plattenaufleger. Zum Beispiel im Sage Club. Oder im GMF, zu dessen zehnjährigem Jubiläum er mit den DJ-Kollegen Paul van Dyk und Super Zandy eine CD herausgebracht hat. Vor kurzem stand Ibiza auf Divinitys Plan, dann ein Auftritt auf dem Gauloises-Hausboot in Dresden, heute geht es nach Mailand. Das viele Reisen macht mir Spaß – solange die Vorgaben stimmen.“ Ermüdungserscheinungen kennt er nicht. Musik sei eine Kraft, sagt Divinity. Wenn er hinter dem Mischpult steht und Menschen zum Tanzen bringt, dann ist er glücklich. Und vergisst Episoden wie die aus dem 90 Grad. hey

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