Berlin : No Angels a capella am Krankenbett

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Fast ein wenig stolz hält David seinen Arm samt Kanüle Christina Rau vors Gesicht. Eine Wespe hat den 12-Jährigen gestochen. Wegen einer allergischen Reaktion liegt er nun für zehn Tage in der Kinderklinik der Charité. Krankheit und Schmerz sind für ihn aber heute vergessen. Bei dem Besuch: Neben der Frau des Bundespräsidenten sind auch noch Lucy, Sandy, Vanessa, Nadja und Jessica von den No Angels in die Station 29 gekommen. Davids Lieblingsband. Und nicht nur seine: Dicht gedrängt umringen die Kinder der Kinderklinik die vier Stars, wedeln mit ihren Autogrammkarten und Postern. Oder gleich mit ihrem CD-Player, wie der 11-jährige Markus. „Was er da höre?“, will Christina Rau wissen. Welch eine Frage: „No Angels!“ Natürlich. „You are the sun in the night“ und „You are everything“, schallt es dann durch die Station. Die Popstars geben eine kleine Kostprobe ihres Könnens – a capella am Krankenbett. „Jeden Tag ist ja nicht so viel los hier. Sonst ist man im Krankenhaus isoliert, fühlt sich allein“, sagt die Frau des Bundespräsidenten. Doch daran soll sich nun etwas ändern. Computer als Ausweg aus der Isolation. Als Schirmherrin des Projektes „Vernetzte Welt für Kinder“ gibt Frau Rau den Startschuss für das neue Internet-Netzwerk für Kinder in der Charité. „Sinn und Ziel ist, dass die Kommunikation zwischen Kranken und Kindern verbessert wird“, erklärt Klinikdirektor Gerhard Gaedicke. An fünf Computern können die Kinder in Zukunft mit anderen jungen Patienten in Deutschland, Österreich und der Schweiz oder ihren Freunden chatten und spielen. Einen Internetchat gibt es dann auch noch mit der Frau des Bundespräsidenten. Ob das den Kindern helfe? „Nicht unbedingt der Chat mit mir“, sagt sie, „aber die Kontakte zu Freunden sind sicherlich wichtig.“ vv

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