Berlin : Noch ein Leibchen in Berlin

Franka Potente kommt wieder in die Stadt. Für ein paar Tage wird sie im Studio Babelsberg die Fortsetzung von „Die Bourne Identität“ drehen. In Amerika hat sie sich noch nie besonders wohl gefühlt. Ob sie allerdings für immer zurückkehren wird, ist noch nicht entschieden

Katja Füchsel

Vollkornbrot! Ein Knusperhähnchen in der „Henne“! Das liebt Franka Potente, unsere Frau in Hollywood, an Berlin. Und dass sie im Freibad ihre Ruhe hat, weil sie sich immer „zu den Omis“ legt. Nun gut, die Badesaison nähert sich dem Ende, doch den anderen Freuden kann sich Franka Potente (28) bald wieder hingeben. Denn im Spätherbst beginnen in Babelsberg die Dreharbeiten für die Fortsetzung von „Die Bourne Identität“. Bleibt Franka Potente dann womöglich für immer in Berlin? „Es gibt noch keine endgültige Entscheidung darüber, ob sie nach Deutschland zurückkommt“, sagt Potentes PR-Frau.

Erst „Der Pianist“, dann „In 80 Tagen um die Welt“, und nun wird also mit „The Bourne Supremacy“ der dritte Hollywood-Film vor den Toren Berlins gedreht. „Heiße Action“, verspricht Studio-Sprecher Felix Neunzerling. „Da werden die Berliner richtig was zu sehen bekommen.“ Auch wenn der Schauspieler-Tross zum Drehen zunächst nach Russland zieht, soll in Babelsberg in den nächsten Tagen mit dem Bau der ersten Kulissen begonnen werden. Ende Februar will der Produzent des Spionagethrillers, Frank Marshall („Seabiscuit“, „The Sixth Sense“, „Indiana Jones“), die letzte Szene im Kasten haben.

Als Franka Potente letztes Jahr nach Hollywood zog, kam sie mit ihren fünf Koffern zunächst bei ihrer besten amerikanischen Freundin, einer Fotografin, unter. Derzeit wohnt die Schauspielerin, die als erfolgreichster deutscher Import seit Marlene Dietrich gilt, im Hotel. „Weil klar war, dass sie in den nächsten Monaten ständig unterwegs sein wird“, sagt die Sprecherin. Ende Oktober starten in London zunächst einmal die Dreharbeiten zu „Creep“, einem britisch-deutschen Horrorstreifen, der in einer U-Bahnstation im Dunkel der Nacht spielt. Zum Jahresende wird Franka Potente dann voraussichtlich zur Bourne-Crew hinzustoßen.

Wie es mit Fortsetzungen eben so ist: Matt Damon spielt einen CIA-Agenten, leidet unter Gedächtnisverlust und schwebt in Lebensgefahr – wie gehabt. Auch in Teil zwei trifft er irgendwann auf die Deutsche Marie Kreutz, mit der er schon einmal die Jagd überlebte. „Franka Potente wird eine wichtige, aber keine Hauptrolle spielen“, sagt Neunzerling. „The Bourne Supremacy“ soll im Juli 2004 in die amerikanischen und im September 2004 in die deutschen Kinos kommen. Bereits der erste Teil der Verfilmung der Roman-Trilogie von Schriftsteller Robert Ludlum war nicht in den USA, sondern in Prag, Paris und Italien entstanden.

So richtig wohl hat sich Berlins erfolgreichster Hollywood-Export in Amerika nie gefühlt. „Gerade in Los Angeles grassiert so eine seltsame, gelangweilte, künstliche Lebensart, die ich nicht mag“, sagte sie der Zeitschrift „Petra“. Außerdem träume sie nach zehn Jahren Showgeschäft von einem Studium der Philosophie oder Psychologie. Es spricht vieles für Berlin: Von ihrem Freund, dem amerikanischen Schauspieler Elijah Wood, hat sich Franka Potente getrennt. Und sie hat noch ein Leibchen in Berlin: Im Filmmuseum am Potsdamer Platz hängt ihr Shirt aus „Lola rennt“, wo es den Gang durch die deutsche Filmgeschichte beschließt.

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