Berlin : Noch Karten für Domingo in derWaldbühne

An einen seiner Waldbühnen-Auftritte kann sich Placido Domingo besonders gut erinnern: Mitten im Konzert habe es angefangen zu regnen, und vor seinen Augen seien 20000 Schirme gleichzeitig aufgesprungen. Ein „großartiges Spektakel“ sei das gewesen, sagt Domingo, aber wiederholen solle es sich am Sonnabend bitte nicht.

Zum vierten Mal in seiner 45-jährigen Karriere tritt der spanische Startenor am Wochenende in der Waldbühne auf, es ist sein einziges Deutschlandkonzert in diesem Jahr. Gemeinsam mit der chilenischen Sopranistin Veronica Villarroel singt er Stücke aus Wagners „Walküre“ und Verdis „Othello“, aber auch Musicalsongs wie „Tonight“ aus der „West Side Story“. So vielen Menschen mit wahrscheinlich unterschiedlichem Geschmack müsse man schließlich eine gute Mischung anbieten, sagt er. Und egal ob Oper, Operette oder Musical, er singe doch sowieso immer mit der gleichen Technik: „Völlig aufgehen in Musik und Text“, nur darauf komme es an.

Seit Donnerstag hält sich Domingo in Berlin auf, er hat auch bereits die Waldbühne inspiziert. Ansonsten unternimmt er nicht viel. Seine Stimme habe nunmal Vorrang, und die brauche dringend Ruhe vor dem Auftritt, sagt Domingo. Dabei wolle er Berlin endlich einmal richtig kennen lernen – vielleicht ja schon im nächsten Jahr während der Fußball-WM.

Der 64-Jährige weiß, dass der Zeitpunkt seines Karriere-Endes näher rückt. Genaueres will Domingo aber noch nicht sagen. Im Moment freue er sich jeden Morgen aufs Neue, dass seine Stimme ihn nicht im Stich lasse: „Das hätte ich selbst nicht gedacht, dass ich so lange durchhalte.“ Zu Beginn seiner Karriere hätten seine weiblichen Gesangspartnerinnen oft das Alter seiner Großmutter gehabt, erinnert sich Domingo. Inzwischen laufe er Gefahr, dass seine Partnerinnen auf der Bühne als seine Enkelinnen durchgehen könnten. sle

Das Konzert in der Waldbühne beginnt am Sonnabend um 20 Uhr. Es gibt noch Karten zwischen 50 und 140 Euro.

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