Berlin : Noch mehr S- und U-Bahnen unterbrochen

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Jetzt kommt’s knüppeldick für die Fahrgäste im Nahverkehr. Von morgen an unterbricht die S-Bahn den Verkehr zwischen Friedrichstraße und Zoo, und ab Montag stellt die BVG den Verkehr auf der U-Bahn-Linie U 1 zur Freien Universität ein. Gesperrt ist bereits der Nord-Süd-Tunnel der S-Bahn, und die Straßenbahn fährt derzeit nicht über den Alexanderplatz und auch nicht auf der Chausseestraße in Mitte.

Endgültig Abschied nehmen heißt es sogar im Lehrter Stadtbahnhof, in dem am Samstag früh um 3.51 Uhr die letzte S-Bahn überhaupt abfahren wird – als S 5 nach Spandau. Danach wird der Betrieb zwischen Friedrichstraße und Zoo bis zum 4. Juli eingestellt, damit die Gleise der S-Bahn auf die neue Trasse durch die Halle des künftigen Lehrter Bahnhofs „verschwenkt“ werden können. Am 4. Juli sollen dann die ersten S-Bahnen im neuen Lehrter Bahnhof halten. Der alte Stadtbahnhof wird abgerissen.

Seit Freitag früh fahren bereits Fernzüge durch die neue Halle – allerdings noch ohne Halt. Frühestens 2006 werden die Fern- und Regionalzüge dort halten. Um die Gleisverbindung durch die Halle legen zu können, hatte die Bahn den Fernverkehr seit Sonntag unterbrochen. Bis zum 4. Juli gibt es noch Einschränkungen im Regelbetrieb, damit die S-Bahn auf den Fernbahngleisen Ersatzzüge fahren lassen kann. Hierzu setzt sie S-Bahn-Züge aus Nordrhein-Westfalen ein. Auf die Bestellung von zusätzlichen U-Bahn-Fahrten zwischen Zoo und Alexanderplatz hat die Bahn verzichtet.

Die BVG hätte dafür Züge gehabt, denn auch sie unterbricht auf der Linie U 1 von Montag bis zum 18. August den Verkehr zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke. Auch die Studenten der FU müssen dann in Busse umsteigen, denn die Semesterferien beginnen erst am 20. Juli. Die BVG hat die Sperrung vorgezogen, weil die S-Bahn wiederum vom 19. August an auch den Abschnitt der S 1 zwischen Zehlendorf und Wannsee wochenlang sperren wird.

Entlang der U-Bahn-Trasse müssen Straßenbrücken saniert werden, nun werden Gerüste auf den Gleisen errichtet. Die BVG nutzt die erforderliche Sperrung der Gleise, um auch ihre Anlagen erneuern zu können. Fünf Millionen Euro wird die BVG hier investieren; unter anderem in neue Schwellen.

Fahrgäste müssen sich andere Wege suchen, was die Fahrtzeit oft verlängert. Anspruch auf Ersatz ihrer Ausgaben für Monatskarten haben sie nicht.Klaus Kurpjuweit

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