Nostalgie : Auf der Suche nach Traditionen im Berliner Buchhandel
03.02.2012 11:36 Uhr
Zeit für Berliner Nostalgie. Buchhandlungen! Elwert & Meurer? Nur noch eine Gedenktafel. Leuenhagen & Paris? Fragen Sie mal in Hannover. Kiepert? Überreste – der Senior-Chef liefert frei Haus. Marga Schoeller haben wir noch, die Bezugsquelle des literarischen Feingeistes, dazu die ambulante Buchhändlerin, die seit Äonen durch die Kreuzberger Kneipen tingelt – dann wird es knapp mit der Tradition.
Preisfrage: Ist Hugendubel schon eingemeindet in Berlin? Groß und mächtig sehen die Läden aus, strotzen vor bibliophiler Kraft – aber drinnen sind die Riesen auch längst ausgehöhlt vom Amazon- Virus.
Die Filiale Tauentzienstraße steht vor der Schließung, hat faktisch schon Unterschlupf gefunden im KaDeWe; in den Arkaden am Potsdamer Platz will man sich verkleinern.
Immerhin: Hugendubel hat eine Expansionsabteilung. Wohin wird sie sich ausdehnen? In andere Kaufhäuser? Oder ist die Expansions- nur eine Implosionsabteilung, mit Marketingsprech auf positiv geföhnt? Wir wünschen viel Erfolg. Denn sonst rücken die Billigmodehäuser nach. Deren Expansionsdrang kennt garantiert keine Grenzen.












