Berlin : Noten, Quatsch und alle Hits

Helge Schneider startet Deutschlandtournee

Juris Lempfert

Ein erwachsener Mann lässt sich in einen Affenkäfig sperren, macht Tierlaute – und die Leute lachen. Warum eigentlich? Witzig ist das nicht. Auch nicht das Geklimper auf dem mit Pferdeäpfeln beschmierten Klavier im Käfig. Aber der Mann da drin heißt Helge Schneider und dem ist einfach nichts zu blöd. Trotz Skepsis im Publikum hält er durch, quäkt, grunzt und pfeift wieder und wieder und beweist: Man muss Blödsinn nur lange genug machen – dann lacht auch der Letzte.

Am heutigen Dienstag startet Schneider im Tempodrom seine neue Tournee „Füttern verboten“. Einen Tag vor der Deutschlandpremiere gab der 48-Jährige gestern ein paar Kostproben. Der Affenkäfig wird in seinem Programm auf der Bühne aber nicht auftauchen, wie er sagt. Aber warum der Titel „Füttern verboten“? Schneider sagt: „Die Frage ist mir zu doof“, und grinst. Tanzeinlagen werde es geben, erklärt er, ein E-Gitarrensolo ohne Ton „und natürlich alle meine großen Hits“: von „Fitzefatze“ über „Tu ma lieber die Möhrchen“ bis zum „Katzeklo“. Bei so einem Programm könne man doch wohl den Titel frei wählen. Schneider bestreitet die gesamte Show allein, spielt Klavier, Glockenspiel, Flöte, Gitarre, Schlagzeug und Vibraphon.

Schneider sieht sich als „Quatsch-Macher“. Seine Gags dürften kein festes Schema haben. Wie seine gesamte Arbeit. Der gebürtige Mülheimer, dessen Karriere vor 30 Jahren nach abgebrochener Schule und diversen Aushilfsjobs begann, hat sich in diesem Jahr in mehreren Sparten probiert: Als Filmemacher („Jazzclub – der frühe Vogel fängt den Wurm“), Krimi-Autor („Aprikose, Banane, Erdbeer – Kommissar Schneider und die Satanskralle von Singapur“) und als Bühnenregisseur: Im Juli kommt sein Pferdesingspiel „Mendy – Das Wusical“ an die Volksbühne. „Am meisten Spaß machen mir aber die Tourneen“, sagt er.

75 Shows vor insgesamt 100000 Leuten sind geplant. Jazzige Songs mit Texten über Leute, Pflanzen und Tiere, pointenlose Geschichten – die Tour umfasst das klassische Schneider-Programm. Daran, dass die Tournee gut ankommen wird, zweifelt er nicht. Und hinterher werden sich wie immer viele fragen: Was hat der eigentlich zwei Stunden lang erzählt? Und sie werden sich an kaum etwas erinnern können. Nur daran, dass sie immer wieder gelacht haben.

„Füttern verboten“: 8., 9. und 10. Juni um 20 Uhr im Tempodrom, Möckernstraße 10 am Anhalter Bahnhof. Karten für 19 bis 31 Euro unter Telefon 308785685 oder im Internet: www.maulhelden.com.

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