Berlin : Notfallärzte unter einem Dach

62 Millionen teurer Neubau des Klinikums Friedrichshain eröffnet

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Mehr Platz für moderne Operationsräume, mehr Komfort für Patienten, bessere Arbeitsbedingungen für Ärzte und Pfleger und schließlich auch ein architektonisch anspruchsvolles Gebäude: Nach drei Jahren Bauzeit wurde gestern am Vivantes-Klinikum in Friedrichshain ein neuer Krankenhaustrakt eröffnet, den alle Festredner lobten. „Damit ist unsere Klinik ein Kompetenzzentrum für Notfallmedizin mit besten Bedingungen“, sagte Vivantes-Regionaldirektor Siegfried Veit. Insgesamt 62 Millionen Euro hat das Land in das Bauvorhaben investiert. „Das ist eine Form der Anerkennung für die Mitarbeiter in Friedrichshain“, sagt Veit – mit Seitenblick auf die sich ständig wiederholenden Diskussionen um die Zukunft einzelner Vivantes-Standorte. „Unsere alte Rettungsstelle war zu eng geworden“, sagt Veit. Jedes Jahr behandelt das Krankenhaus 38 000 Notfälle.

Alle Disziplinen der Notfall- und Intensivversorgung sind nun in einem Gebäude konzentriert. Die kurzen Wege sparen wertvolle Zeit, bei Notfällen möglicherweise ein lebensrettender Vorteil. Zahlreiche Fachbereiche sollen deshalb in den kommenden Wochen aus den alten Backsteingebäuden des Krankenhauses Friedrichshain ins neue dreigeschossige Gebäude an der Landsberger Allee umziehen. Neben der Rettungsstelle werden unter anderen auch die Intensivstationen, die Hals-Nasen-Ohren-Klinik, die Kopf- und Halschirurgie und die zentrale Patientenaufnahme in den Neubau verlegt.

Eines der teuersten Teile des Kliniktraktes sind die acht Operationsräume. Damit sie sich schnell amortisieren, operieren die Ärzte in vier Sälen im Zwei-Schicht-System: So sind die OPs an fünf Tagen in der Woche sechszehn statt acht Stunden ausgelastet. Mit diesem Kunstgriff spart Vivantes auch erhebliche Investitionen. Mit dem an anderen Krankenhäusern üblichen Acht-Stunden-Tag hätte man vierzehn OP-Säle gebraucht, um den Bedarf zu befriedigen.

Anfang Oktober setzen die Chirurgen den ersten Schnitt in ihrem neuen Domizil. Denn der aufwändige Umzug der teuren Technik aus allen Bereichen des Krankenhauses dauert – zehn Tage sind dafür kalkuliert.

Das Unfallschwerpunkt-Krankenhaus gehört mit mehr als 4000 jährlichen Einsätzen des eigenen Notarztwagens zu den größten Notfallzentren in Berlin. „Wir haben hier all das, was auch das Unfallkrankenhaus in Marzahn hat“, sagt Veit. Mit dieser supermodernen Klinik, die kürzlich ihr fünfjähriges Bestehen feierte, misst sich jetzt Friedrichshain. „Im Stadtbereich sind wir Konkurrenten.“

Nun sollen die stationären Bereiche des alten Krankenhauses in Friedrichshain renoviert werden. „Besonders die Sanitärbereiche haben die Sanierung bitter nötig“, sagt Veit. Ingo Bach

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