Berlin : „Notinseln“ schützen Kinder

50. Standort im Görlitzer Park eröffnet

Berlin - Schutzräume, Hilfe und Ansprechpartner für Kinder in Notsituationen – das will das Projekt „Notinsel“ anbieten. Nachdem in Berlin bereits der Bezirk Neukölln an der Initiative teilnimmt, wurde gestern mit dem Kinderbauernhof im Görlitzer Park in Kreuzberg der 50. Notinsel-Standort eröffnet.

Zu Notinseln können beispielsweise Läden, Banken oder Apotheken werden. Gekennzeichnet werden die Geschäfte durch einen Aufkleber. Kinder, die etwa auf dem Schulweg von Prügel oder Straßenraub bedroht werden, sollen sich in diese Geschäfte flüchten können. Wie Bodo Pfalzgraf von der Polizei, der sich ehrenamtlich für das Projekt engagiert, sagt, werden die Ladeninhaber umfassend auf mögliche Situationen vorbereitet, in denen sich Kinder in Not sicher fühlen können. Bei der Hilfe stünden ganz einfache Dinge im Vordergrund: „Schicken sie das Kind nicht weg. Beruhigen sie es. Bringen sie es nach Hause.“

Das Projekt, Kindereinrichtungen und das Quartiersmanagement bitten Ladeninhaber gezielt um ihre Teilnahme. Geht es nach Monika Herrmann (Grüne), Stadträtin für Jugend, Familie und Schule in Friedrichshain-Kreuzberg, soll der Notinsel-Aufkleber Kindern bald allgemein bekannt sein. „Wichtig ist, dass die Leute wissen, dass hinter der Aktion etwas Ernsthaftes steckt.“ Mehrsprachige Informationsblätter seien in Arbeit. Laut Pfalzgraf sind weitere Standorte in Mitte, Spandau und Zehlendorf geplant. Ins Leben gerufen wurde das Projekt auf Initiative der Stiftung Hänsel + Gretel, die sich in Kinderschutzprojekten engagiert. sro

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