Notlandung in Tegel : Panik an Bord nach Notlandung einer Boeing in Tegel

Ein Flugzeug der deutsch-türkischen Luftverkehrsgesellschaft Sun Express hat am Sonnabend wegen einer defekten Steuerung in Tegel notlanden müssen. Das Manöver verlief problemlos - allerdings gerieten Passagiere in Panik.

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Ein Flugzeug der Sun-Express hat am Sonnabend seinen Flug nach Izmir abbrechen müssen. Die Boeing 737-800 konnte problemlos wieder in Tegel landen, unter den 173 Passagieren kam es nach Angaben von Reisenden allerdings zu Panik. 14 Personen weigerten sich anschließend, erneut mit der reparierten Maschine zu starten. Flug XG 947 war um 16.11 Uhr in Tegel gestartet. Kurz nach dem Start stellte der Pilot der nicht ganz ausgebuchten Maschine, die 189 Passagiere befördern kann, Probleme bei der Steuerung des Jets fest und beschloss, wieder in Tegel zu landen. Um das Landegewicht zu erreichen, musste zunächst rund eine Stunde lang Warteschleifen geflogen werden, um Treibstoff zu verbrauchen.
„Wir haben sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmte“, berichtete eine Türkin, die in den Heimaturlaub fliegen wollte. Es habe „komische Geräusche“ von den Triebwerken gegeben und das Flugzeug sei „schief und wackelnd im Kreis geflogen“. Das Kabinenpersonal habe den Reisenden nur mitgeteilt, dass man nach Tegel zurückkehren und zuvor Treibstoff verbrauchen müsse. Gründe seien nicht genannt worden. Viele Passagiere, darunter zahlreiche Familien mit kleinen Kindern, seien in Panik geraten oder hätten geweint.
Als die Maschine um 17.30 Uhr wieder in Tegel zur Landung ansetzte, stand aufgrund der von den Piloten abgesetzten Notfallmeldungen die Feuerwehr in Bereitschaft. Die Landung verlief jedoch ohne Zwischenfall und die Boeing konnte aus eigener Kraft wieder zur Abstellposition rollen, wo sie von Experten der Lufthansa-Technik überprüft wurde. Die Piloten hätten eine Anzeige erhalten, dass mit der Stabilisierung des Flugzeugs im Bereich der Heckflossen etwas nicht gestimmt habe, erklärte ein Sun Express-Sprecher gestern auf Nachfrage. Er konnte nicht sagen, ob es sich um einen Fehler im Meldesystem oder einen tatsächlichen Defekt gehandelt hat. Die Crew habe sehr professionell reagiert und die Situation jederzeit im Griff gehabt. Die Fluggäste seien in Tegel betreut und mit Speisen und Getränken versorgt worden. 14 Passagiere weigerten sich allerdings, mit der reparierten Maschine zu fliegen, die dann um 21.40 Uhr erneut in Richtung Izmir startete.
Sun Express ist ein vor 21 Jahren in Antalya gegründetes Joint-Venture von Turkish Airlines und der Lufthansa. Die als zuverlässig geltende Airline hat in den vergangenen Jahren stark expandiert und verfügt über eine Flotte von 25 Boeing 737-800 im Durchschnittsalter von nur 5,3 Jahren. Seit dem 8. Juni fliegt auch die Tochtergesellschaft Sun Express Deutschland mit drei Maschinen. Sie wurde gegründet, um von deutschen Flughäfen aus auch Ziele in Drittländern ansteuern zu können.

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