Notlandung : Start in Tempelhof verboten - vor fünf Jahren

Vor fünf Jahren wurde das notgelandete Sportflugzeug auf einem Lkw abtransportiert. Beim Manöver zwischen tausenden Besuchern wurde niemand verletzt. Was Jörn Hasselmann darüber schrieb.

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Punktlandung. Pilot Manuel R. brachte die Maschine zu Boden. Foto: ddp
Punktlandung. Pilot Manuel R. brachte die Maschine zu Boden. Foto: ddpFoto: ddp

Die am Samstagabend auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof notgelandete Sportmaschine darf dort nicht starten. Das sagte gestern der Sprecher der Verkehrsverwaltung, die in Berlin auch oberste Luftfahrtbehörde ist. „Die Maschine muss per Lkw abtransportiert werden.“ Da Tempelhof offiziell geschlossen worden ist, wäre für einen Start eine Ausnahmegenehmigung erforderlich. Diese werde es aber auch in diesem Fall nicht geben. Zum einen fehlen mittlerweile alle Gerätschaften, um ein Flugzeug zu untersuchen und zu betanken, sagte der Sprecher. Zudem wäre ein Start in einem Park zu gefährlich. Der Pilot hatte kurz nach der Notlandung noch die Hoffnung geäußert, die Maschine des Herstellers Socata wieder starten zu dürfen.

Wie berichtet, war die viersitzige Sportmaschine vor den Augen von etwa 15 000 Parkbesuchern auf der südlichen Landebahn nach einem Motorschaden notgelandet. Obwohl zahlreiche Skater, Radfahrer und Gleitsegler auf der Asphaltpiste unterwegs waren, wurde niemand verletzt. Auch die Insassen kamen mit dem Schrecken davon. Der Motor der Maschine hatte gegen 18.20 Uhr über Neukölln „stark zu stottern“ begonnen, wie der Pilot Manuel R. später berichtet hatte. Mit drei Gästen – ein Ehepaar mit seinem Nachbarn – war er zehn Minuten zuvor zu einem viertelstündigen Rundflug in Tegel gestartet. Es sollte einmal außen um den S-Bahn-Ring gehen, der auch Grenze des inneren Sperrgebiets für Privatflieger ist.

Michael Krebs, der Chef des erst Anfang Mai für die Öffentlichkeit geöffneten Parks, zeigte sich gestern erleichtert, dass bei der Notlandung nichts passiert ist. Schließlich sei der Park an diesem schönen Sommerabend sehr gut besucht gewesen. Krebs hatte zwei Stunden nach der Notlandung selbst mit dem 32-jährigen Piloten gesprochen und sich versichert, dass es tatsächlich eine Notlandung gewesen sei und keine Demonstration für den Flughafen Tempelhof. Genau dies hatten offensichtlich einige Augenzeugen gedacht.

Die Sportmaschine war am späten Samstagabend vor ein Gebäude geschleppt und mit Bauzäunen gesichert worden. Einen Hangar konnte man nicht zur Verfügung stellen, da die Modemesse Bread & Butter bereits mit dem Aufbau der nächsten Veranstaltung begonnen hat. Genau eine Woche zuvor hatte es auf dem Flughafen Schönefeld ebenfalls eine spektakuläre Notlandung gegeben. Dabei war der historische Rosinenbomber stark beschädigt und sieben Insassen leicht verletzt worden. Jörn Hasselmann

Der Beitrag erscheint in unserer Rubrik "Vor fünf Jahren".

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