Notrufe : Berliner Feuerwehr: Retter für festgefrorene Schwäne und mehr

Schwan im Eis. Blase am Hacken. Tropfender Hahn. Die Berliner Feuerwehr wird bei jedem Problem gerufen - egal wie kurios es ist. Hier einige Beispiele.

Jörn Hasselmann
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Schwäne festgefroren? Die meisten muss man nur wecken, weiß die Feuerwehr. -Foto: ddp

Eine Million Mal klingelt das Telefon in der Leitstelle im Jahr. Daraus ergaben sich 2008 rund 330 000 Einsätze, etwa jeder zehnte war ein „Fehleinsatz“. Hier ein paar Beispiele.

TIERE IN NOT

In den vergangenen Wochen waren es vor allem „eingefrorene Schwäne“, die die Feuerwehr beschäftigten. Täglich baten Tierfreunde um Hilfe. Zum Beispiel letzten Sonnabend 8.44 Uhr, Schloss Charlottenburg: Die Polizei ruft die „112“. Um 8.51 Uhr trifft die Feuerwehr ein, um 8.58 Uhr fährt sie wieder In den Minuten dazwischen haben die Retter das schlafende Tier geweckt, das munter davonflog. Schneller sind die Kollegen um 16.55 Uhr an der Kreuzberger Baerwaldbrücke. Sie wecken den „festgefrorenen“ Schwan innerhalb von vier Minuten. „In meinen 17 Jahren in der Leitstelle habe ich keinen wirklich eingefrorenen Schwan gehabt“, sagt Ernst Krienelke in der Leitstelle der Feuerwehr. Allerdings sind die Vögel nicht die einzigen Tiere, die die Retter beschäftigen. Nächstes Beispiel vom Sonnabend: Um 14.30 Uhr lautet der Einsatz „fremder Hund vor Haustür“. Ein mit sechs Beamten besetztes Löschfahrzeug rückt an und verscheucht das Tier – auf Kosten des Steuerzahlers. Auch immer gern gehört beim Notruf: verletzte Taube. „Da können wir jeden Tag ein Buch drüber schreiben.“

RAUCHMELDER

Als Klassiker gilt in der Leitstelle auch der „piepende Rauchmelder“. Nicht immer brennt es, wenn die Geräte anschlagen und die Mieter zum Hörer greifen: Meist hat den Alarm eine leere Batterie ausgelöst oder die angebrannten Buletten auf dem Herd. Am Samstag rückte ein Löschfahrzeug nach Hakenfelde aus, weil ein Mieter gemeldet hatte: „Die Wäsche auf Herd qualmt.“ Fünf Minuten später der zweite Anruf: „Es raucht erheblich.“ Da rückte ein ganzer Löschzug aus. Als er eintraf, rauchte nichts mehr: Die Anrufer hatten ihre Wäsche vom Herd genommen.

GESUNDHEIT

Wegen der harmlosesten Blessuren wird inzwischen die „112“ gewählt: Blasen am Hacken, eingerissene Fingernägel, eine Schnittwunde… Früher reagierten die Feuerwehrleute darauf mit einem kernigen Kommentar: „Hier haben Sie ein Pflaster, ich fahre jetzt wieder weg.“ Heute ist die Anspruchshaltung so groß geworden, dass sie „unwilligen“ Feuerwehrmännern mit Beschwerden oder Anzeigen drohen. „Also fahren wir auch solche Fälle ins Krankenhaus.“

HAUSHALT

Die törichsten Anrufe ereilt die Feuerwehr nachts. „Mein Wasserhahn tropft“, gilt als Standard – die Anrufer werden an die Telefonauskunft verwiesen. Es sind die Stunden der Spaßmacher, die ihren Nachbarn eins auswischen oder die roten Autos einfach in die Irre schicken wollen. Andere greifen wegen psychischer Probleme zum Hörer. Wie zum Beispiel „Onkel Achim“, der sich jede Nacht über „112“ nach dem Stand der Dinge erkundigt. Jörn Hasselmann

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