NPD-Aufmarsch vor Linkspartei-Zentrale : 50 Rechtsextreme, 500 Gegendemonstranten

17.06.2011 16:02 Uhrvon
  • Mit Wasserbomben gegen Nazis: Gegendemonstranten bewerfen die 50 Demonstranten der NPD von einem Dach aus. - Foto: Christian Jäger
  • Mit Plakaten versuchen NPD-Anhänger den Parteivorsitzenden Udo Voigt zu schützen. - Foto: Christian Jäger
  • Die mit Wasser gefüllten Luftballons und Tüten fliegen in kurzen Abständen auf die Rechtsextremen. - Foto: Christian Jäger

Die Kundgebung der rechtsextremen NPD fand nahe der Linkspartei-Zentrale statt. Mit lautstarken Protesten und Würfen von Wasserbomben, aber auch Flaschen und Steinen endete die Demonstration.

Mehrere Polizeihundertschaften haben am Freitagabend eine Kundgebung der rechtsextremen NPD geschützt. Die knapp 50 Rechtsextremen, unter ihnen der sichtlich gealterte NPD-Bundeschef Udo Voigt, versammelten sich am Jahrestag des DDR-Arbeiteraufstandes vom 17. Juni 1953 unmittelbar neben der Zentrale der Linkspartei am Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte.

Linken-Chef Klaus Ernst hatte dies auch mit Verweis auf die einst von Rechten ermordete Kommunistin Luxemburg als „Provokation“ bezeichnet.

Trotz Kritik auch von den Grünen hatten die Berliner Polizei und der NPD-Anmelder den genauen Aufzugsort aus Sicherheitsgründen bis zuletzt geheim gehalten. Rund um die mit Gittern abgesperrte und mit Polizeihunden bewachte NPD-Versammlung protestierten lautstark Anhänger der Linken, auf einer Gegenkundgebung sprach auch Parteichefin Gesine Lötzsch.

Hunderte Gegendemonstranten waren außerdem den Aufrufen von Antifa-Gruppen gefolgt, es kam zu Rangeleien mit behelmten Beamten und mehreren Festnahmen. Neonazis versuchten unterdessen in ein Haus zu stürmen, aus dem heraus sie während ihres Aufzugs mit Tüten beworfen wurden, die mit Wasser gefüllt waren. Nach Ende ihrer Kundgebung gegen 20 Uhr versuchte die Polizei, die Rechtsextremen unter lautstarken Protesten von Anwohnern und Anhängern der Linken zur U-Bahn-Station Rosa-Luxemburg-Platz zu eskortieren. Die Gegendemonstranten warfen mit Flaschen und Steinen, die Rechtsextremen mussten von der Polizei geschützt werden.

Zuletzt hatte es im Mai bei einem NPD-Marsch in Kreuzberg schwere Übergriffe durch Rechtsextreme gegeben. Danach gab es massive Kritik an der Polizeitaktik, den Aufmarsch im Vorfeld aus Sicherheitsgründen geheimzuhalten. Eine Sprecherin von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte, der Senator habe nun am Mittwoch im Verfassungsschutz-Ausschuss des Abgeordnetenhauses über diesen neuen NPD-Aufmarsch gesprochen.

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