Berlin : NPD will vors Gefängnis ziehen

Radikale fordern Freiheit für inhaftierten Neonazi

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Die Berliner NPD hat eine Demonstration vor dem Gefängnis Tegel angemeldet. Am 21. Oktober wollen dort nach NPD-Angaben 1200 Rechtsextremisten „Freiheit für Lunikoff“ fordern. Dies bestätigte die Polizei auf Anfrage. Hinter „Lunikoff“ verbirgt sich der in der rechten Szene seit seiner Inhaftierung als Märtyrer verehrte Michael Regener, der Sänger der verbotenen Neonaziband „Landser“ – und NPD-Mitglied. Regener war im Dezember 2003 vom Kammergericht zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden, die Band war vom Gericht als kriminelle Vereinigung eingestuft worden, Regener als deren „Rädelsführer“. Am 11. April 2005 hatte Regener in Tegel seine Strafe angetreten. Die Polizei steht vor einem Großeinsatz, mehrere Hundert Beamte sollen Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Demonstranten verhindern. Der Einsatz wird vom stellvertretenden Leiter der Direktion 1 geleitet.

Die „Antifaschistische Linke Berlin“ wies gestern auf die engen Kontakte der NPD in die gewaltbereite rechtsextreme Szene hin. Bisher planen nach unbestätigten Angaben auch die Reinickendorfer Bezirksverbände der WASG und der Linkspartei/PDS Gegenkundgebungen.

Die NPD erwartet Teilnehmer aus allen ostdeutschen Bundesländern, vor allem Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, sagte NPD-Sprecher Frank Beier. „Ziel ist die JVA Tegel.“ Die Rechten wollen sich um 13 Uhr am S-Bahnhof Tegel sammeln, über die Route zum Gefängnis verhandelt die Partei derzeit noch mit der Polizei. Vor dem Gefängnis wollen die NPD-Funktionäre Udo Voigt, Thorsten Heise und Eckart Bräuniger sprechen. Der Bundesvorsitzende Voigt und der ehemalige Kroatiensöldner Bräuniger sind bei der Wahl, wie berichtet, in die Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick gewählt worden. Um ihren Kameraden in seiner Zelle zu erfreuen, sollen zwei rechte Bands vor der JVA spielen.

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