Berlin : Nützliches Wissen für Prozessbesucher

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WEGWEISER

Anfänger sollten wissen: Beginnt der Prozess um 9 Uhr, sollte man rechtzeitig da sein, weil die Besucherschlangen besonders morgens lang werden können. Auf keinen Fall den gültigen Personalausweis vergessen, Handy unbedingt abschalten – es drohen 50 Euro Ordnungsgeld. Messer, Scheren und Flaschen, Laptops und Diktiergeräte bleiben unten bei den Sicherheitsleuten. In den endlosen Gängen und Fluren des Kriminalgerichts Moabit (Haupteingang: Turmstraße 91) hat sich schon mancher Besucher verirrt. Das Raumaufteilungssystem ist schwer zu erklären, deshalb sollte man sich am besten gleich nach der Einlasskontrolle nach dem Weg erkundigen.

Der Prozess beginnt, wenn der Gerichtsdiener über den Flur ruft: „In der Strafsache X, die Prozessbeteiligten bitte eintreten.“ In jedem Saal gibt es gesonderte Türen und Bänke für das Publikum. Betritt das Gericht den Saal, müssen sich alle anderen von ihren Plätzen erheben. Gestanden wird auch, wenn der vorsitzende Richter das Urteil verliest. Es empfiehlt sich, bei einem Prozess von Anfang an dabei zu sein, denn in der Regel kommt nach dem Staatsanwalt erst der Angeklagte, wenn er sich einlassen möchte, und dann das Opfer zu Wort. Auch in der laufenden Verhandlung darf man eintreten und im Saal Platz nehmen – sofern noch Stühle frei sind. Schwatzen, essen und Zeitung lesen gilt während der sich oft über Stunden hinziehenden Verhandlungen als tabu. kf

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