Berlin : Nummernschilder für Beamte?: CONTRA von Klaus Tafflach

Zum Thema Ted: Sollen Polizisten gekennzeichnet werden?
Radio Eriwan lässt grüßen. Sollen Polizisten gekennzeichnet werden? Im Prinzip: Ja. Aber ... Polizeibeamte versehen ihre Aufgabe hauptsächlich in der Öffentlichkeit und für die Bevölkerung. Schon heute stellen sich die meisten Beamten namentlich vor, wenn sie zu einem Tatort kommen und mit Opfern von Straftaten sprechen. Bei Anzeigen wegen Verkehrsvergehen beispielsweise taucht der Name des Beamten spätestens dann auf, wenn die Aufforderung zum Zahlen ins Haus flattert und zwar unter dem Stichwort "Zeugen". So anonym sind die Polizisten also gar nicht. Die Dienstkarte sollte laut Dienstvorschrift immer ausgehändigt werden, wenn sie verlangt wird. Nur in wenigen Fällen geschieht dies nicht, aber auch dann lässt sich der Beamte - zwar mit etwas Mühe - durchaus namhaft machen. Also wozu Nummern oder Namensschilder?

FDP und Grüne wollen sie in so genannten geschlossenen Einsätzen, unter anderem am 1. Mai in Kreuzberg. Und hier kann nur ein deutliches NEIN! auf dem Namensschild stehen. Unbegründete Anzeigen gegen einzelne Beamte, die gegen Steinewerfer vorgehen, dürften zu erwarten sein. Als Vergeltung für Polizisten, die unter dem Risiko schwerer Verletzungen versuchen, Schaden vom Eigentum und der Gesundheit der friedlichen Anwohner und den Besuchern der Stadtteilfeste abzuwenden.

Dafür, dass sie ihre Pflicht tun, sich hinterher noch ungerechtfertigten Ermittlungen aussetzen? Womöglich die Familie der Gefahr von Vergeltungsschlägen linker oder rechter Gewalttäter aussetzen? Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Bombenanschlag auf das Haus eines Polizisten verübt wird.

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