Berlin : Nun wird der Impfstoffgegen Grippe knapp

Ingo Bach

Ärzte müssen Impfwillige wieder nach Hause schicken, weil ihre Vorräte zur Neige gehen, und Reihen-Impfungen in Betrieben werden abgesagt: In Berlin – wie auch in der übrigen Bundesrepublik – wird der Impfstoff gegen die normale, jährlich wiederkehrende Grippe knapp. Schuld daran ist die Angst vor der Vogelgrippe, „die unerwartet viele Menschen in die Arztpraxen zur Immunisierung trieb“, sagt eine Sprecherin des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Institutes (PEI) in Langen. „Obwohl die Immunisierung gegen die Humangrippe keinen Schutz gegen ein möglicherweise mutiertes Vogelgrippe-Virus bietet, das dann von Mensch zu Mensch übertragbar wäre.“ Die für die Saison 2005/2006 ausgelieferten 16 Millionen Impfdosen waren schon im Oktober verbraucht. Jetzt hat das PEI noch einmal vier Millionen Dosen freigegeben. Doch diese sollten nur noch für Risikopatienten, denen eine Infektion lebensgefährlich werden könnte, eingesetzt werden, appellieren Behörden und Ärzte. Das sind besonders Menschen über 60 Jahre und schwer Vorerkrankte wie Asthmatiker oder Herzpatienten. Und auch nur für diese Personengruppe dürfen die Krankenkassen die Impfkosten von rund 20 Euro übernehmen. Alle anderen müssen privat zahlen.

Zurückweisen darf ein Arzt einen Impfwilligen allerdings nicht. Würde dieser erkranken, hätte der Doktor ein Haftungsproblem. Die Zahl der Grippeschutzimpfungen steigt von Jahr zu Jahr – auch durch die ständige Propagierung. Vor zehn Jahren reichten nach PEI-Angaben noch vier Millionen Impfstoffdosen.

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