Berlin : Nur 170 Azubis arbeiten in 6000 Betrieben

Wie türkische Blätter über türkische Unternehmen in Deutschland berichten

Suzan Gülfirat

Berichte aus den neuen Bundesländern kommen in den türkischen Zeitungen äußerst selten vor. Umso mehr fiel ein bebilderter Seitenaufmacher am Donnerstag in der Europa-Beilage der Milliyet auf: „Grüner Widerstand gegen DVU“, berichtete die Tageszeitung aus Potsdam. „Auf die Behauptung der rechtsradikalen DVU, Ausländer seien schuld an der hohen Arbeitslosigkeit, reagierten die Grünen mit dem Besuch einer türkischen Baufirma in Potsdam.“ Es ging um den Besuch des Brandenburger Spitzenkandidaten der Grünen, Wolfgang Wieland, auf der Baustelle der türkischen Firma „BATEG“, die in Potsdam das Hans-Otto-Theater baut. „Begleitet von Özcan Mutlu aus dem Berliner Abgeordnetenhaus und von Michael Kellner vom Landesvorstand der Brandenburger Grünen hat sich Wieland bei dem Chef der Firma BATEG Dr. Süleyman Yüksel und dem technischen Leiter Nevzat Köstek Informationen über die Arbeit der Firma eingeholt“, schrieb die Milliyet. Die Potsdamer Neuesten Nachrichten berichteten über dieses Ereignis mit der Überschrift „Wieland: Türken schaffen Jobs.“

Um das Thema türkische Unternehmen ging es auch dem Bericht der Tageszeitung Türkiye am Freitag. „Sie werden die Hunderttausend überspringen“, schrieb das Blatt. „Nach Einschätzung der Deutschen Treuhand-Gesellschaft KPMG (die Initialen stehen für die Gründerväter Klynveld, Peat, Marwick und Goerdeler) wird es im Jahre 2010 an die 100 000 türkische Unternehmen in Deutschland geben. Jährlich kommen zu den derzeit 40 000 Firmen 4000 neue dazu“, schrieb Türkiye. Dem fügte das Blatt noch hinzu: „Demgegenüber stehen die Ergebnisse einer Untersuchung des Bundesministeriums für Erziehung: Nur zehn Prozent der türkischen Firmen bilden aus. Obwohl Berlin 6000 türkische Firmen hat, gibt es hier nur 170 Auszubildende.“

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