Nur der halbe Badespaß : Viele Sommerbäder in Berlin sind noch geschlossen

Hitze am Wochenende, Leere im Becken: 12 von 26 Freibädern sind noch geschlossen. Wer sich abkühlen will, muss in Seen springen – oder warten.

Markus Langenstrass
Sprung ins kalte Wasser: Die Wasserqualität der Badeseen in und um Berlin wird im Allgemeinen als gut bewertet. Von Zeit zu Zeit kann sich das aber ändern.Weitere Bilder anzeigen
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03.06.2011 16:58Sprung ins kalte Wasser: Die Wasserqualität der Badeseen in und um Berlin wird im Allgemeinen als gut bewertet. Von Zeit zu Zeit...

Schulfrei, Hitze, Wochenende – und trotzdem ist noch immer knapp die Hälfte aller Freibäder in der Stadt geschlossen. Während viele Berliner in leere Schwimmbecken starren, freut sich Axel Gleimann, dass er das alles ausbaden darf: Gleimann ist Pächter des Strandbades Jungfernheide, er hat seit 20. April geöffnet. Und jeden Tag werden es mehr Badegäste. Neulich kamen 2000 Besucher in sein Bad – so viele wie nie zuvor.

Die Berliner Bäderbetriebe geben sich kleinlaut. „Wir haben es nicht bis zum verlängerten Wochenende geschafft“, sagt Bäderchef Klaus Lipinsky. Allerdings hätten immerhin 14 von 26 Bädern geöffnet. Und die Erfahrung zeige, „dass viele Berliner am Wochenende nach Himmelfahrt sowieso nicht in der Stadt sind“.

Die Bäderbetriebe hatten vor einigen Wochen noch mehr Flexibilität beim Start in die Freibadsaison angekündigt und diese laut Lipinsky auch umgesetzt. „Wir benötigen aber 14 Tage Vorlauf, um ein Bad zu öffnen.“ Und vor zwei Wochen sei die jetzige Schönwetterphase noch nicht vorhersehbar gewesen. Bis zu vier Tage dauere es, bis die 25 Millionen Liter in ein 50-Meter-Becken wie am Humboldthain eingelaufen seien. Das Wasser müsse dann gereinigt, die Grünflächen gesäubert, Duschen auf Keime untersucht und Rohre repariert werden. Zum Schluss gebe das Gesundheitsamt das Bad frei. Bis 11. Juni sollen dann alle Bäder geöffnet sein – bis auf eins in Staaken-West.

Dann werden einige der derzeit noch geöffneten Schwimmhallen geschlossen, das Personal in die Freibäder versetzt – rückgängig könne diese Entscheidung dann nicht mehr gemacht werden, auch wenn es tagelang regne. „Acht bis zehn Mitarbeiter brauchen wir für den Betrieb. Und die sind immer da, auch wenn keiner kommt und wir Verluste einfahren“, sagt Lipinsky. Bis zu 7000 Euro koste der Betrieb eines Freibades am Tag. Dagegen blieben von den durchschnittlich vier Euro Eintritt nach Abzug der Verbrauchskosten 1,50 Euro.

Berlins Seen und Flüsse sind derzeit eine gute Alternative. „Die Wasserqualität ist überwiegend hervorragend“, sagt Silvia Kostner vom Landesamt für Gesundheit und Soziales. Das Amt stellt alle 14 Tage aktuelle Messergebnisse von der Badestelle Groß Glienicker See in Kladow über Freibad Lübars bis hin zum Freibad Wendenschloss in Köpenick auf seine Homepage. Derzeit gebe es keine Gefahr durch giftige Blaualgen. Deren Blüte wird erst Ende Juli erwartet, wenn es über einen langen Zeitraum hohe Temperaturen und viele Badegäste gegeben hat. Die aktuellen Wassertemperaturen sprechen für einen großen Ansturm am Wochenende: Sie liegen zwischen 19,4 Grad am Großen Müggelsee und etwa 22 Grad am Strandbad Wannsee.

Bäderchef Lipinsky kündigt zwar an, dass die noch geschlossenen Schwimmbecken spätestens ab Mittwoch freigegeben werden können – ab Sonntag aber werden starke Unwetter erwartet. Am heutigen Sonnabend hingegen soll es noch einmal sonnig werden bei 28 Grad. Wer sich mit Sonnenmilch eincremt, sollte übrigens unbedingt warten, bis die Haut sie aufgenommen hat, sagt Kostner vom Landesamt für Gesundheit. Nicht nur, weil die Creme dann erst schützt – sondern auch weil abgewaschener Sonnenschutz die Wasserqualität extrem verschlechtere.

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