Berlin : Nur die Autofahrer kamen nicht durch Keine Engpässe im Nahverkehr

Mehr BVG-Busse als nötig

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„Selber schuld“, meinte ein Polizist, zu dem gestrigen Autofahrerleid: „Wir haben zuvor lange genug gewarnt und darauf hingewiesen.“ Die BVG hatte dagegen gut lachen: „Es gab keine Probleme“, sagte ein Mitarbeiter der Leitstelle. Schließlich habe man ausreichend Zeit gehabt, sich auf die Ereignisse dieses Sonntags vorbereiten. Die S-Bahn, die wegen Bauarbeiten den Verkehr zwischen Lehrter Bahnhof und Tiergarten nur per Bus abwickelt, meldete gestern ebenfalls eine Erfolgsbilanz. Die Fahrgäste seien aufgrund der öffentlichen Diskussion über die Sperrung gut vorbereitet gewesen. Pro ankommendem S-Bahnzug wurden drei Busse bereitgestellt, aber nur einer war jeweils voll. 656 Autofahrer allerdings erlebten gestern Morgen eine böse Überraschung. Sie hatten ihre Wagen entlang der Marathonstrecke geparkt und wurden abgeschleppt.

Überrascht von den Absperrungen in der Stadt wurden offenbar auch die Taxifahrer: „Es gab nur Hindernisse“, schimpfte Samad Amin. Er fährt seit mehr als 15 Jahren Droschke in Berlin, aber gestern kam er sich doch hilflos vor. Straßensperren überall. Vorwärts nimmer, rückwärts immer, lautete in diesem Ausnahmefall die Devise. Die Polizisten an den Straßensperren jedenfalls waren genauso hilflos und uninformiert, wie jeder andere auch: „Wir haben heute Marathon, da ist alles gesperrt.“ Die Hoffnung, einen Tipp für eine schnelle Umleitungsstrecke zu erhalten, war jedenfalls vergeblich.

Auch die Taxi-Funkzentralen waren nicht in der Lage, ihren Fahrern weiterzuhelfen: „Wir haben auch erst heute im Laufe des Tages erfahren, wo die Straße gesperrt sind. Die Polizei hat uns im Voraus nicht informiert“, sagte eine Mitarbeiterin bei „Würfelfunk“. Taxifahrer Samad Amin ergatterte nur durch Zufall einen der offiziellen Streckenpläne des Veranstalters und orientierte sich während seiner Fahrten daran. Von seiner Zentrale habe er nur ab und zu Informationen erhalten, wo sich das Läuferfeld befand, sagte er. Dass die polizeilichen Absperrungen dieses Jahr umfangreicher und weiträumiger als in den Vorjahren gewesen seien, bestreitet die Polizei. Es habe nur wenig Staus gegeben, sagte ein Beamter vom Verkehrsdienst.weso

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