Berlin : Nur ein Lächeln

Rainer W. During

über das Gefühl, als Kunde ein König zu sein Kostenvoranschläge, die erst einmal kosten. Servicegebühren für

Dienstleistungen, die einst eine Selbstverständlichkeit waren, ausgeführt von oft missmutigem Personal. Als König fühlt sich ein Kunde nur noch selten. Um einer stehen gebliebenen Armbanduhr mit einer neuen Batterie zu neuem Leben zu verhelfen, verlangt etwa ein großes Kaufhaus einen horrenden Pauschalbetrag. Im Batterie-Shop in der Spandauer Altstadt ist der Wechsel dagegen inklusive – und die Batterie sogar nur halb so teuer. Und ums verdienen um jeden Preis scheint es auch nicht zu gehen.

Da reicht ein älteres Ehepaar dem Verkäufer einen kleinen Fahrradcomputer. Nach dem Austausch der Knopfzelle funktioniert die Anzeige trotzdem nicht, offenbar ist mehr defekt. „Ich würde auf den Kauf der Batterie verzichten“, sagt der Mann hinterm Tresen. Die Kunden bedanken sich. Jetzt ist die eigene Uhr an der Reihe. Zunächst wird die alte Batterie gewissenhaft geprüft. Der Zeiger des Messgerätes schlägt aus: Stromquelle in Ordnung. Also keine neue Batterie nötig. Warum läuft das Ding dann nicht? Das Problem kenne er, sagt der Verkäufer und weiß Hilfe. Er befestigt ein loses Kleinteil, setzt die alte Batterie ein, schließt den Deckel an der Rückseite mit einem Spezialgerät – und schon tickt es wie gewohnt.

Was das Ganze kostet? Der Mann winkt ab. „Ein Lächeln“, lautet die Antwort. Das kann er haben – und einen neuen Stammkunden dazu.

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