• Nur nicht verschlucken: Der qualmende Partygag aus dem Glas Gesundheitsverwaltung prüft Verbot des Eiswürfels „Icepower“

Berlin : Nur nicht verschlucken: Der qualmende Partygag aus dem Glas Gesundheitsverwaltung prüft Verbot des Eiswürfels „Icepower“

Rainer W. During

Von Rainer W. During

Alexander Stewowitsch zeigt ein breites Lächeln und qualmt dabei gewaltig aus dem Mund. Der 36-jährige Jung-Unternehmer will die Harmlosigkeit seines Produktes beweisen und lutscht ein Stück „Icepower". Genau das sollten seine Kunden nicht machen, denn der neue Partygag - ein künstlicher Eiswürfel, der Getränke dampfen lässt - ist nach einem Fernsehbericht in die Diskussion geraten. Weil ein Verschlucken der extrem kalten Substanz gefährliche Folgen haben könnte, prüft die Senatsgesundheitsverwaltung ein mögliches Verbot.

Nicht nur in Clubs und Diskotheken hat „Icepower“ schon für Furore gesorgt. Auch große Hotels wie das Intercontinental stehen auf der Referenzliste. Und bei den Premieren des Musicals Cats und des neuesten James-Bond-Films dampften die Cocktails ebenso wie auf dem Bundespresseball. Die knapp einen Zentimeter großen Eisstückchen bestehen aus gefrorener Kohlensäure, die nach einem Geheimrezept mit anderen Edelgasen gemischt und gefroren wird.

„Icepower“ klebt nicht wie klassisches Trockeneis, liegt am Boden des Glases und verdampft binnen weniger Minuten, ohne den Drink zu verwässern. Erfinder ist der Falkenseer Fernmelde-Elektroniker Karsten Pokall. In Alexander Stewowitsch fand er den idealen Partner und Geschäftsführer der gemeinsamen Firma. Der Vorsitzende der Spandauer Hotel- und Gaststätteninnung hat bereits ein Café am Rande des Friedhofs „In den Kisseln" erfolgreich zum Erlebnisrestaurant umgewandelt. Gleich nebenan soll die „Icepower"-Fabrik entstehen, noch lässt man fremd produzieren. Doch vorerst wurde der Verkauf gestoppt. Stewowitsch will mögliche Auflagen der Behörden abwarten. Die Gefahr bei „Icepower“ liegt nicht in der Substanz, sondern in der Kälte", sagt Brigitte Jäger, Referentin bei der Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz. Immerhin beträgt die Produktionstemperatur etwa minus 85 Grad. In einem Merkblatt warnt der Hersteller selbst vor dem Verschlucken und längerem Hautkontakt. Es droht Gefrierbrand. Die bezirklichen Lebensmittelaufsichtsämter wurden aufgefordert, Diskotheken zu überprüfen.

Indessen ist die Nachfrage nach dem Partygag seit dem Fernsehbericht gestiegen.

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