Berlin : Nur noch alle zwei Stunden ein Bus

In den Außenbezirken gibt es weiter Ärger wegen der neuen BVG-Fahrpläne. Vor allem Kunden im Südwesten müssen sich umstellen

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Die Proteste gegen die neuen BVGFahrpläne halten an: Besonders der Südwesten Berlins scheint betroffen, vor allem Zehlendorfer müssen umdenken. Die Bus-Hauptschlagadern, der 118er und der 112er, fahren veränderte Routen, haben die Rollen getauscht. Dieses Wechselspiel verstehen viele Anwohner nicht. Und Schülerstrecken wie der 318er zwischen Zehlendorf-Mitte und Nikolassee wurden gestrichen, Schulwege haben sich beträchtlich verlängert.

Die BVG argumentiert, sie habe auf Drängen des Senats auf Parallelverkehr mit der S-Bahn weitgehend verzichten müssen. Sie erinnert daran, dass ursprünglich auch der 148er Bus zur Diskussion stand, eine Hauptverbindung des Südwestens mit der Innenstadt. Am Kronprinzessinnenweg, bislang von den Linien 118 und 318 betreut, verkehrt jetzt tagsüber nur noch alle zwei Stunden ein Bus, der uralte Doppeldecker-Traditionsbus zur Pfaueninsel. Wer hier, immerhin in einer Wohngegend, nicht auf den alten 218er warten will, dem „empfiehlt“ die BVG auf einem Hinweiszettel den Ausweg: Die Buslinie 112 ab Bahnhof Nikolassee. Das sind mindesten zehn Minuten Fußmarsch. Aber auf der nächstgelegenen Bahnhofsseite fehlen eine Haltestelle oder zumindest ein Hinweis, wo sie zu finden ist – nämlich am Hohenzollernplatz.

Mit der Metrolinie M11 vom Oskar-Helene-Heim nach Buckow berührt nur eine einzige Metro-Linie den Ortsteil. „BVG, Dein Service wird immer schlechter“, hat jemand an die Bushaltestelle gegenüber dem Bahnhof Wannsee geschmiert. „Wie kommen wir hier weg?“, rufen zwei junge Frauen, die auf den 211er Bus Richtung Potsdamer Chaussee warten. Der Bus, erfahren sie, ist gestrichen worden. Die Frauen müssen den 118er nehmen.

Die Linie ist am Bahnhof Wannsee in kurzem Abstand gleich mit zwei Haltstellen vertreten – in einer Richtung, was viele verwirrt. Man muss aufpassen, an der richtigen Station zu warten. An der einen fährt der Bus nach Potsdam, an der anderen nach Zehlendorf-Mitte. Erst nach 100 Metern, an der Ecke Königstraße, biegen die Busse rechts oder links ab.

Am Bahnhof Krumme Lanke wurde die Haltestelle des hier neu eingerichteten 184er Busses fast an die Parkplatz-Einfahrt eines Supermarktes gesetzt, was den Verkehr behindert. Und aus Schwanenwerder beschweren sich Anwohner, dass sie wieder von der BVG vergessen worden sind. Die Insel und mit ihr das Wannseebad sind BVG-freie Zone.

Ärgern Sie sich über die neuen Linien, können Sie uns schreiben; ebenso, wenn Sie mit dem Netz zufrieden sind – am besten per e-mail an berlin@tagesspiegel.de

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