Berlin : Nur noch der Name des Bahnhofs erinnert an das 1735 erbaute Stadttor

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Das Schlesische Tor ist mittlerweile aus dem Stadtbild verschwunden - wachgehalten wird die Erinnerung an das 1735 erbaute Stadttor nur noch durch den gleichlautenden Namen des U-Bahnhofs. Von Verkehr war der Ort allerdings schon geprägt, lange bevor hier der erste Hochbahnzug unter lautem Getöse die Station verließ. Denn schon im 18. Jahrhundert passierten Tag für Tag Pferdefuhrwerke das Stadttor und verließen Berlin in Richtung Osten - das Reiseziel hieß oftmals Schlesien.

Die Straße führte schon nach wenigen hundert Metern über die Spree. Rund zehn Jahre vor dem Bau des Stadttors hatte man darum bereits eine 154 Meter lange Holzbrücke mit einem Durchlass für Schiffe errichtet. Letzterer blieb nachts verschlossen, um Schmugglern und anderen zwielichtigen Reisenden die Durchfahrt zu verwehren.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die alte Holzbrücke nach langer Planung schließlich durch eine steinerne Brücke ersetzt - die heutige Oberbaumbrücke. Das an Wehrbauten erinnernde Bauwerk mit den von Zinnen gekrönten Türmen war wegen seines eigenwilligen Durcheinanders von Baustilen umstritten.

Nach der überraschenden Schließung der Grenze zu West-Berlin am 13. August 1961 wurde sie gesperrt und verfiel - damit war der U-Bahnhof Schlesisches Tor für fast 30 Jahre die neue Endstation der Linie 1. Erst Mitte der 90er Jahre konnten die orangefarbenen Züge ihre Fahrt wieder in Richtung Warschauer Straße fortsetzen. Jetzt hat die Oberbaumbrücke als Ost-West-Verbindung gute Chancen, zur anstehenden Bezirksfusion zwischen Kreuzberg und Friedrichshain zum Wappenmotiv des neuen Bezirks zu werden.

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