Berlin : Nur Pavillons am Mahnmal erlaubt

Grundstückseigner und Bezirk Mitte einigen sich

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Die Wurstbude am HolocaustMahnmal hatte keine Chance gegen den Verunstaltungsparagrafen, sie musste wieder abgebaut werden. Wahrscheinlich wird es dem Souvenirstand an der Cora-Berliner-Straße demnächst ähnlich ergehen. Denn etwa ab Oktober soll am Rand des Stelenfeldes ein großer Verkaufspavillon entstehen – mit Café und Buchladen und Imbiss unter anderem. Darauf verständigten sich gestern das Bezirksamt Mitte, die Mahnmal-Stiftung und die Grundstücksgesellschaft BÄR.

So glauben die Beteiligten, den Verkauf von Souvenirs, Speisen und Getränken am Mahnmal „angemessen zu gestalten“, sagte BÄR-Sprecher Markus Hennig nach dem Treffen. „Zudem wollen wir fliegende Händler einbinden.“ Vorübergehend jedenfalls. Denn das aktuelle Konzept sieht eine Zwischennutzung vor. Dauer: drei Jahre. Danach soll auf dem Gelände an der Cora-Berliner- Straße ein achtstöckiges Wohnhaus entstehen, das seit langem geplant ist – und Händler in dessen Erdgeschoss ziehen.

Die Absprache deckt sich mit den Vorstellungen von Mittes Baustadträtin Dorothee Dubrau (Grüne). Vor allem sie hatte für ein „Gesamtkonzept“ mit Verkaufsständen in Form von Pavillons geworben. Wie diese Pavillons aussehen sollen, ist noch nicht entschieden. „Aber unsere Vorschläge liegen auf dem Tisch“, sagte Hennig. Und die Sprachregelung gestern lautete: Die Vorstellungen aller Parteien lägen nun dicht beieinander.

Vergangene Woche war eine Wurstbude auf Anordnung des Bezirks wegen ihres Äußeren geschlossen worden. Auch gegen den Souvenirstand an der Cora-Berliner-Straße und eine geplante Schankterrasse an der Hannah-Ahrendt-Straße hatten Dubrau und die Mahnmal-Stiftung Bedenken geäußert. In der Senatsbauverwaltung hält man provisorische Stände und Buden in Nachbarschaft des Holocaust- Mahnmals ebenfalls für nicht angemessen. Ein Verbot für fliegende Händler oder Bauchläden wurde am Dienstag im Bezirksamt erörtert, aber nicht beschlossen. Dazu sagte Mittes Bürgermeister Joachim Zeller (CDU): „Aus meiner Sicht ist keine neue Bestimmung nötig.“ mne

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