Berlin : Nur wenige trotzen dem Negativ-Trend

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Lange hatten sich die WomPlattenläden in Berlin gegen in- und ausländische Konkurrenz behaupten können, doch nun hat Karstadt die Schließung der großen Filialen im Forum Steglitz und neben Wertheim am Kurfürstendamm beschlossen. Ende September beziehungsweise Ende Oktober ist dort Schluss (wir berichteten). Nur zwei kleinere Wom-Verkaufsstellen bleiben in Berlin übrig – die ins Karstadt-Haus an der Wilmersdorfer Straße integrierte Filiale und ein Geschäft in Friedrichshain. Karstadt begründet den Teilrückzug mit der Krise im Tonträgerhandel, zu der die illegale Verbreitung von Musik über das Internet beigetragen habe.

DUSSMANN LEGT ZU

Dagegen freut sich die Leiterin des Kulturkaufhauses Dussmann an der Friedrichstraße, Martina Tittel, über „Zuwächse im einstelligen Prozentbereich“ im Vergleich zu 2003. Dussmann setze auf gute Beratung und das umfangreiche Sortiment: „Bei uns finden die Leute auch Scheiben, die man woanders nicht bekommt – vor allem in den Bereichen Klassik, Jazz und Weltmusik.“ Ein weiterer Vorteil sei die Verkaufszeit bis 22 Uhr an sechs Wochentagen. Die Kundenbindung festige Dussmann zusätzlich mit Veranstaltungen wie dem Jazzfest, das Mitte Juni 50 000 Besucher angelockt hatte. Die Probleme der Wom-Läden führt Martina Tittel darauf zurück, dass deren Sortiment „sehr verschlankt“ worden sei.

WENIGE BLIEBEN ÜBRIG

Die ausländischen Medienkaufhäuser Fnac, Virgin Megastore und Libro hatten sich in Berlin nur kurze Zeit lang halten können. Auch das Berliner Fachgeschäft L & P Musics im Europa-Center schloss Ende April. Nun werden CDs vor allem in Elektronikmärkten gekauft. Saturn und Media Markt planen neue Filiale in der Stadt. „Die CD-Verkäufe sind schwieriger geworden,aber unser Sortiment ist ja viel breiter“, sagte eine Sprecherin beider Ketten. Den Einbußen stünden Mehrumsätze mit Film-DVDs gegenüber. CD

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