Berlin : Nur wer schnell ist, bekommt noch einen Termin - aber nicht mehr für Heiligabend

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Den Weihnachtsmann gibt es gar nicht - das behaupten zumindest die meisten Erwachsenen. Dabei müssten gerade sie wissen, dass man sich den Herrn mit schlohweißem Bart ins Haus bestellen kann, auf Wunsch sogar in Begleitung eines Engels. Gegen Honorar, versteht sich.

Wem für die Bescherung an Heiligabend noch ein Weihnachtsmann fehlt, der sollte sich sputen. Denn bei der studentischen Arbeitsvermittlung Tusma ist der Terminkalender für den 24.12. schon so gut wie ausgebucht. "Nur bei Anfragen für den ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag lässt sich noch was machen", sagt Bernhard Band von der Tusma. 4500 Aufträge liegen den Vermittlern bislang vor, "etwa gleich viele wie im vergangenen Jahr um diese Zeit". Insgesamt werden 340 Weihnachtsmänner und 50 Engel in und um Berlin unterwegs sein, um den Kinder Geschenke zu bringen. Auch wenige Tage vor Heiligabend sucht die Tusma für diese Mission noch Studenten, die Lust haben, sich während der Feiertage mit einem nicht alltäglichen Job etwas Geld zu verdienen. "Wir könnten zu noch mehr Familien kommen, wenn wir ausreichend Personal hätten", sagt Band. Alleine gestern seien 60 neue Aufträge eingegangen.

Bei den "Heinzelmännchen", der Arbeitsvermittlung der Freien Universität, sind noch einige wenige Termine für die Bescherung an Heiligabend frei - "allerdings nicht in den Kernzeiten von 15 bis 17 Uhr, die sind schon seit November vergeben", sagt Weihnachtsmann-Vermittler Jörg Schöpfel. Für den Auftritt eines mit Bart und rotem Mantel ausgestatteten Studenten berechnen die "Heinzelmännchen" an Heiligabend ebenso wie die Kollegen von der Tusma 52 Mark; wenn dieser von einem Engel begleitet wird, wird das Doppelte kassiert. Auch bei Einsätzen am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag muss mehr bezahlt werden. Zehn Prozent des Honorars kassieren die Arbeitsvermittler als Provision. "Wir garantieren aber jedem Weihnachtsmann und Engel einen Mindestverdienst von 500 Mark, in diesem Jahr wird es wahrscheinlich sogar etwas mehr", sagt Schöpfel, der insgesamt mit der Auftragslage nicht so zufrieden ist wie sein Kollege von der Tusma.

Noch 1995 hatten die "Heinzelmännchen" 400 Weihnachtsmänner im Einsatz, in diesem Jahr sind es nur noch 250. Einen "drastischen Rückgang" bei der Nachfrage habe man verzeichnet - über die Gründe kann Schöpfel jedoch nur spekulieren. "Nach wie vor haben wir unsere Kunden da, wo Familie noch einen Wert hat und Kinder den Lebensmittelpunkt darstellen", sagt er. Das sei unabhängig von Einkommen oder Wohnort. Kurz entschlossene Eltern, die sich bislang noch keinen Weihnachtsmann gesichert haben, sollten schleunigst die Nummer der "Heinzelmännchen" (Telefon 832 40 17, Fax831 63 02) oder der Tusma (Telefon 313 40 58) wählen.

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