O2-World : Große Unterhaltung auch rund um die Arena

Die Anschutz-Gruppe informierte Anwohner über ihre Pläne an der O2-World: Eine Liegewiese und Platz für Shopping soll es geben.

Matthias Jekosch
O2-Arena
Platz für 17.000 Zuschauer. Im Herbst soll die Halle fertig sein. -Foto: Thilo Rückeis

Die Simulation zeigt fröhliche Menschen. Sie liegen auf der Wiese und sonnen sich, manche schlendern die Spree entlang. So stellen sich die Planer den East Side Park vor. „Wahrscheinlich wird es im Herbst wirklich so aussehen“, kündigte Michael Kötter an, der Projektleiter des Geländes der Anschutz Entertainment Group (AEG) zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße. Zusammen mit Geschäftsführer Detlef Kornett stellte Kötter am Dienstag Abend im Postbahnhof den aktuellen Stand der Planungen für das inzwischen als O2-World bekannte Areal vor.

Alle Grundstücke für den 16 000 Quadratmeter großen Park direkt an der Spree seien aufgekauft. Einen Großteil des Geldes dafür hat der Konzern des US-Milliardärs Phil Anschutz dem Bezirk zur Verfügung gestellt. In der kommenden Woche sollen die im vergangenen Jahr begonnenen Arbeiten weitergehen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung errichtet ebenfalls mit Mitteln des Konzerns gerade eine Fußgängerbrücke, die eine direkte Verbindung zwischen U- und S-Bahnhof Warschauer Straße herstellt. Von dort wird ein Weg unter der Warschauer Brücke direkt zum Anschutz-Gelände verlaufen. Eigentlich hätte die Brücke schon Ende 2007 fertig sein sollen. Kötter nannte jetzt Anfang Mai als Termin für die Eröffnung.

„Der öffentliche Nahverkehr soll das Haupverkehrsmittel sein“, sagte Kötter. Das Verkehrskonzept für Pkw ist dagegen noch offen. Erfahrungsgemäß kämen 20 bis 30 Prozent der Besucher mit einem Pkw. Meist würden sich mehrere Personen einen Wagen teilen. Deshalb würden für die 17 000 Zuschauern Platz bietende Halle 1200 bis 2000 Parkplätze ausreichen. Sie entstehen im Westen und Osten der Arena. Ein detaillierter Plan dazu werde erst noch erstellt.

Herzstück des Geländes ist die O2-Arena. Sie alleine kostet über 160 Millionen Euro. Auf ihrem Vorplatz zur Mühlenstraße hin soll der Arena Plaza entstehen, ein großer Platz mit Liegewiesen. Die Wiese wird auch jetzt schon von Zwischennutzern bespielt. Hier gastierten zum Beispiel das Musical „Daddy Cool“ oder der Cirque du soleil. Letzterer kommt im Mai wieder. Es tut sich auch etwas in den S-Bahn-Bögen im Norden der Arena. 15 davon gehören Anschutz. Zwei wurden als Werkstatträume der Bahn genutzt und dienen nun als Baubüros. Über weitere Nutzungen wird nachgedacht. „Wir werden uns auch dafür engagieren, dass die East Side Gallery beleuchtet wird“, sagte Kornett.

Nachdem das gewünschte Riesenrad nun am Zoo gebaut wird, hält sich Anschutz zu weiteren Plänen bedeckt. Erst solle die Arena im Herbst fertig werden, sagte Sprecher Moritz Hillebrand. Dann wolle sich der Konzern anschauen, was rund um die Halle noch gebraucht wird. So könnte auch das im Bebauungsplan festgelegte 130 Meter hohe Bürogebäude an der Warschauer Straße entfallen, wenn dafür kein Bedarf besteht. „Wir werden die Akzente auf Entertainment setzen“, sagte Hillebrand. Allein 60 000 Quadratmeter Gesamtfläche für Einzelhandel sind im städtebaulichen Vertrag für das Anschutz-Areal festgeschrieben.

Etwa 30 000 Haushalte hatte die AEG über ihre Informationsveranstaltung informiert, 150 Anwohner folgten der Einladung. Nicht alle waren einverstanden mit den Plänen. „Dieses blaue Teil vor der Nase ist lästig“, sagte ein Anwohner. Gemeint war die etwa vier mal elf Meter große LED-Werbetafel am Bootsanleger auf Höhe der East Side Gallery. Das grelle Licht war vielen Anwesenden zu viel. Sie schlugen vor, keine wechselnde Werbung zu benutzen und den Bildschirm nachts dunkel zu lassen. Auch akustisch fühlten sich Anwohner belästigt. Der Lärm aus den Zelten der Zwischennutzer sei unerträglich, sagte einer. „Wir wollten die Brache dort beleben und das haben wir getan“, antwortete Kornett auf die Kritik.

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