Obama-Besuch : Charmeure unter sich

Klaus Wowereit trifft Barack Obama: "Er strahlt was aus", fand der Regierende, der keinen Zweifel daran ließ, dass er sich mit Obama gut verstanden hat.

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Yes you can. Klaus Wowereit hat's geschafft: Barack Obama trägt sich ins Gästebuch der Stadt Berlin ein. -Foto: ddp

Durch das Brandenburger Tor sind sie nicht gemeinsam gegangen. Doch immerhin konnte Klaus Wowereit Barack Obama das Tor von einem Fenster des Hotels Adlon aus zeigen. Außerdem, so sagte der Regierende Bürgermeister nach dem knapp halbstündigen Treffen mit dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten, wolle Obama bald wieder kommen. Gewiss doch: Wowereit ließ keinen Zweifel daran, dass er und Obama sich gut verstanden hatten. Mit Charme, in sich hineinlächelnd, strahlte auf Wowereit etwas vom Glanz des Politstars ab, indem er sagte, Obama sei „sehr interessiert, sehr informiert“, charmant – „er strahlt was aus“.

Um zwanzig vor vier am Nachmittag hatte Wowereit das Adlon betreten, begleitet nur von Senatssprecher Richard Meng, sowie einigen Herren in Dunkeklgrau oder Dunkelblau. Nichts war übrig geblieben vom angebotenen und Stadtbesichtigungsprogramm außer diesem Besuchstermin im umlagerten Hotel Adlon. Tausend Leute, grob geschätzt, standen den Nachmittag über um den gesperrten Eingangsbereich des Hotels herum. Als Wowereit vorgefahren wurde und dem schwarzen Audi entstiegen war, riefen – ungewohnt für den Regierenden – ein paar Leute „Buh“. Was Wowereits Lächeln nicht vertreiben konnte.

Längst war das Gästebuch im Adlon abgeliefert worden – ein Regierender, der das Buch noch selbst zum Gast der Stadt schleppt, wäre doch zu peinlich gewesen. Wowereit beließ es nach dem Gespräch mit Obama über die Stadt, die Integrationspolitik, die Teilungs- und Wirtschaftsprobleme bei der spitzen kleinen Bemerkung, das „Vorgeplänkel“ um den Redeort sei sicher nicht hilfreich bei der Planung des Besuchs gewesen. Er habe beim Gespräch den Eindruck gehabt, dass Obama sehr wohl zu einem spontanen Stadtspaziergang bereit gewesen wäre. Doch dagegen hätten wohl Sicherheitserwägungen gesprochen.

Viel wichtiger sei der Termin am Großen Stern, meinte Wowereit. Es werde sich zeigen, dass viele Leute Obama mit Hoffnung auf einen Kurswechsel in der amerikanischen Politik begegnen wollten, so der Regierende Bürgermeister, der einen Besucheransturm auf die Straße des 17. Juni erwartete. Schließlich setze Obama ein Zeichen für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, indem er seine Rede in Berlin halte und nicht in London. Er werde sie sich am Großen Stern anhören, sagte Wowereit.

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