Berlin : Obdachloser nach Brand in Lebensgefahr

Frank Jansen

Beeskow/Berlin - In Beeskow (Kreis Oder-Spree) hat ein Obdachloser bei einem Feuer lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Der 35 Jahre alte Mann befand sich in der Nacht zu gestern auf einer Parkbank, als er gegen 0 Uhr 30 aus bislang unbekannter Ursache in Brand geriet. Passanten löschten die Flammen und alarmierten einen Notarzt. Die Polizei schließt ein Tötungsverbrechen nicht aus, hält aber auch einen Unfall oder einen Selbstmordversuch für möglich. Das Präsidium Frankfurt (Oder) bildete eine Ermittlungskommission.

Der schwerverletzte Obdachlose wurde ins Krankenhaus Senftenberg gebracht und von dort mit einem Spezialhubschrauber zum Unfallkrankenhaus in Berlin-Marzahn geflogen. Das Opfer befinde sich weiter in akuter Lebensgefahr, sagte Krankenhaussprecherin Sina Vogt am Abend. Am Oberkörper und an einem Arm habe der Patient Verbrennungen dritten Grades erlitten. „Das ist einer der schwersten Fälle der letzten Zeit“, sagte Vogt. Der Patient liege im künstlichen Koma. Am heutigen Donnerstag soll der Mann erstmals operiert werden. Das Unfallkrankenhaus ist auf schwere Verbrennungen spezialisiert. Die Ärzte in Marzahn hatten auch vier Opfer des Anschlags auf der tunesischen Ferieninseln Djerba behandelt, die jedoch nicht gerettet werden konnten.

Bei der Polizei in Beeskow herrschte nach dem mysteriösen Brandfall Entsetzen. „Sowas haben wir hier noch nicht erlebt“, sagte ein Beamter der örtlichen Wache. Ob der wohnungslose Mann in der Vergangenheit Angriffen ausgesetzt war, konnte der Polizist nicht sagen. In Brandenburg haben mehrmals junge Schläger Obdachlose und alkoholkranke Menschen schwer misshandelt. In Dahlewitz (Teltow-Fläming) quälte im August 2001 eine Gruppe von fünf Halbstarken den Obdachlosen Dieter Manzke zu Tode. Das Landgericht Potsdam verhängte hohe Haftstrafen.

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