Berlin : Oben taut’s, unten tropft’s

Kollhoff-Haus und Bahnhof am Potsdamer Platz müssen nachgebessert werden

Klaus Kurpjuweit

Am Kollhoff-Hochhaus am Potsdamer Platz bröckelt, wie berichtet, die Fassade. Und weiter unten, im Bahnhof Potsdamer Platz, tropft Wasser durch die Decke. Die Baumängel sind unübersehbar. Der Platz wird wieder zur Baustelle: Am verklinkerten Hochhaus steht schon das Gerüst, die Bahn will im Frühjahr mit der Sanierung beginnen.

An einigen Stellen tropft es so sehr durch, dass Passanten nass werden können. Außerdem wird vor Rutschgefahr gewarnt – vorausgesetzt, das Warnschild ist nicht gerade mal wieder verschwunden.

„Wir haben Probleme mit der Abdichtung“, bestätigte Bahnsprecher Michael Baufeld. Schlimmer geworden sei es durch den Aufbau der Schneerutsche über dem Bahnhof. Weil die künstliche weiße Pracht den Platz permanent unter Wasser setzt, hat das Nass den Weg durch die undichten Bereiche besonders leicht gefunden.

Problematisch ist der Bereich des Übergangs vom alten S-Bahnhof aus den 30er Jahren zu dem neuen Regionalbahnhof, der Ende Mai eröffnet wurde. Die hier erforderliche Trennfuge sei schon beim Bau schwierig herzustellen gewesen, sagte Baufeld. Ganz gelungen ist es nicht, jetzt muss nachgebessert werden. Der Sanierungsplan sei bereits fertig; im Frühjahr werde in diesem Bereich der Boden wieder aufgerissen, um neu abdichten zu können. Was die Arbeiten kosten werden, steht noch nicht fest.

Problematisch sei, sagte Baufeld weiter, dass die undichten Stellen nicht unbedingt dort sein müssen, wo das Wasser austritt. Es kann auch erst einen längeren Weg durch das Bauwerk nehmen.

Durch den hohen Grundwasserstand in Berlin gibt es häufig Probleme beim Abdichten von unterirdischen Bauwerken. Auch beim Neubau des Regionalbahnhofs Potsdamer Platz war es nicht anders. Noch kurz vor der Eröffnung Ende Mai waren an mehren Stellen undichte Stellen beseitigt worden.

Der gesamte Bereich dort war ohnehin eine komplizierte Baustelle. Durch die riesigen Gruben für die Hochbauten hat sich der alte S-Bahnhof auf „Wanderschaft“ begeben. Das Zwischengeschoss senkte sich stellenweise um 15 Zentimeter ab. Das dadurch entstandene Gefälle konnte nicht ganz ausgeglichen werden.

Eine Gefahr für das Bauwerk bestehe nicht, versicherte Baufeld. Die Setzungen seien ständig durch Messeinrichtungen überwacht worden. Zu sehen sind die Folgen allerdings: Die Platten an den Wänden und Säulen des S-Bahnhofs haben an vielen Stellen durch die Spannungen Risse erhalten.

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