Berlin : Obwohl die Bevölkerungszahl steigt, stehen immer noch viele Wohnungen leer

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Oberschöneweide befindet sich im Aufbruch. So hat die Zahl der Bewohner des Sanierungsgebiets - dieser umfasst die Wilhelminenhof- sowie die Laufener- und die Reinbeckstraße - in den vergangenen zwei Jahren erstmalig wieder zugenommen. "Lebten 1998 nur 3744 Menschen in diesem Areal, waren es Ende vergangenen Jahres bereits 3998", sagte Rosina Dieser von der Arbeitsgruppe Gemeinwesenarbeit und Stadtteilplanung (argus) GmbH. Gemeinsam mit der ARGE Sanierungsbeauftragte Oberschönweide GbR wurde gestern an der Wilhelminenhofstraße 48 a das Vor-Ort-Büro des sogenannten Quartiersmanagements eröffnet.

Alle Fäden für die künftige Entwicklung des Ortsteils laufen hier zusammen: Initiativen und Projekte werden auf den Weg gebracht und mit den zuständigen Stellen bei Bezirk, Senat und Bund abgestimmt. Außerdem stehen die Räume den ansässigen Gewerbetreibenden und den Bürgern für Beratungen zur Verfügung. In den vergangenen Monaten wurden bereits mehrere Vorhaben erarbeitet, deren Realisierung in wenigen Wochen beginnt. So wird im April der Bau des "Kranbahn-Parks" begonnen. Auf einem Teil der ehemaligen Industriefläche soll ein öffentlicher Treffpunkt mit Zugang zur Spree entstehen. Außerdem werden unter anderem die Freiflächen vor der Linus-Pauling- Oberschule an der Keplerstraße neu gestaltet. Geplant sind ein Schulhof mit Ballspielmöglichkeiten und ein Schulgarten. Für die in diesem Jahr geplanten Vorhaben im Sanierungsgebiet hat das Arbeitsamt jetzt 104 ABM-Stellen bewilligt.

Mit einer Laden- und einer Vermietungsoffensive wollen die Quartiersmanager den Gewerbe- und Wohnungsleerstand stoppen. In einem Ladenflächenatlas wird beispielsweise interessierten Händlern ein Überblick über die zurzeit rund 60 leerstehenden Geschäfte an der Wilhelminenhofstraße gegeben. Mit Flugblättern sowie Werbung bei Arbeitgebern und Forschungseinrichtungen will man neue Bewohner finden.

Während der Leerstand direkt im Sanierungsgebiet zurückgegangen ist, stehen in ganz Oberschöneweide dennoch ungefähr 1000 Wohnungen leer. Den Zuzug neuer Bewohner erhofft sich Köpenicks Bürgermeister Klaus Ulbricht (SPD) unter anderem von der Ansiedlung der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft. Der Bezirk und die Betroffenenvertretung Oberschöneweide setzen sich vehement für den Standort am Spreeknie ein. Noch in diesem Jahr wird es dazu eine Entscheidung geben, wie Michael Wend von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sagte.

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