Öffentlicher Dienst : Tarifvertrag für Lehrer fast perfekt

In den Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag für die rund 5000 angestellten Lehrer haben die Gewerkschaft GEW und Innensenator Ehrhart Körting (SPD) weitgehend Einigkeit erzielt. Es soll einen Tarifvertrag für die nicht-verbeamteten Pädagogen geben.

Nach Angaben der GEW-Chefin Rose-Marie Seggelke wird der Vertragsentwurf voraussichtlich Ende April vorliegen, so dass die Regelungen zum 1. September in Kraft treten könnten. Nur die Frage der Ermäßigungsstunden für ältere Lehrer ist noch nicht endgültig geklärt.

Nach mehr als vier Jahren gäbe es dann wieder einen Tarifvertrag für die nicht-verbeamteten Pädagogen. Vor allem die 3000 seit 2004 neu angestellten Lehrer profitieren davon. Sie sollen wieder Weihnachtsgeld in Höhe von 50 Prozent eines Monatsgehaltes bekommen. Weihnachtsgeld bekamen bisher nur ihre älteren Kollegen. Da die GEW sich 2003 geweigert hatte, den Solidarpakt für den öffentlichen Dienst auch für die Lehrer abzuschließen, und weil der Senat den Arbeitgeberverbänden nicht mehr angehörte, galt für Nachwuchspädagogen kein Tarifvertrag mehr. Seggelke zeigte sich gestern zufrieden: „Wichtig ist, dass wir wieder einen Tarifvertrag haben.“

Aber auch künftig verdienen Berliner Lehrer weniger als ihre Kollegen in anderen Ländern; denn es gilt in Berlin noch die Gehaltstabelle von 2003. Vereinbart wurde jedoch, dass die Gehälter Anfang 2010 um 4,4 Prozent erhöht werden. Das entspricht der Gehaltssteigerung der übrigen Beschäftigten des Landes, die 2003 im Rahmen des Solidarpakts vereinbart worden war. Am unbefristeten Arbeitskampf im öffentlichen Dienst, über den die Gewerkschaften derzeit abstimmen lassen, dürfen sich die Lehrer aber nicht beteiligen. Für sie gilt bis Ende August die Friedenspflicht – dies wurde gestern vereinbart. Nur Warnstreikaktionen seien möglich, sagte Seggelke. sik

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