Öffentlicher Nahverkehr : BVG lässt Bahnen und Busse häufiger fahren

Die BVG reagiert auf die Wünsche der Bürger. Ab Dezember sollen Busse und Bahnen auf einigen Linien häufiger fahren. Außerdem sollen schon ab Herbst sogenannte „Mobilitätshelfer“ eingesetzt werden und die Leistungen des Unternehmens werden jetzt erstmals kontrolliert.

Klaus Kurpjuweit

Die BVG will zum Fahrplanwechsel im Dezember auf einigen Linien Bahnen und Busse häufiger fahren lassen. Damit reagiere man auf Wünsche von Fahrgästen, teilte die BVG mit. Und für die Fahrgäste soll es noch in diesem Jahr „Mobilitätshelfer“ geben, die Auskünfte erteilen, aber bei Bedarf auch schwere Taschen bis zum Bus oder zur Straßen- oder U-Bahn tragen. Für 250 solcher Stellen hat der Senat beim Bund einen Antrag gestellt, da die Stellen über ein gemeinsames Programm vom Bund und vom Land finanziert werden.

Auf der U-Bahn-Linie U 5 werden dann nach Angaben der BVG am Wochenende die Züge zwischen Alexanderplatz und Hönow am Wochenende alle fünf Minuten fahren; Richtung Hönow von 10 Uhr bis 18 Uhr und zum Alexanderplatz zwischen 9.30 Uhr und 17.30 Uhr. Auf den U-Bahn-Linien U 1, U 2, U 7, U 8 und U 9 soll der Fünf-Minuten-Takt sonnabends um 10 Uhr , eine Stunde früher als bisher, beginnen und außerdem eine Stunde später um 19 Uhr enden. Auf der U 9 zwischen Osloer Straße und Rathaus Steglitz gilt diese Regelung auch am Sonntag.

Mehr Züge sollen bereits vom 1. September an auch auf der Straßenbahnlinie M 2 zwischen Alexanderplatz und Am Steinberg in Weißensee fahren. Von 7 bis 9 Uhr sowie von 15 bis 19 Uhr kommen die Bahnen alle fünf Minuten, jetzt sind sie alle sechs oder sieben Minuten unterwegs. Außerhalb dieser Zeiten verringert die BVG den bisherigen Zehn-Minuten-Takt auf sechs bis sieben Minuten.

Im Mai des vergangenen Jahres war der Endpunkt über die Neubaustrecke auf der Karl-Liebknecht-Straße zum Alexanderplatz verlegt worden. Seither hat die Zahl der Fahrgäste stark zugenommen. Gleichzeitig hatte die BVG durch den Einsatz anderer Fahrzeuge nach der Betriebsaufnahme die Zahl der Plätze in den Bahnen verringert. Der Fahrgastverband Igeb hatte seither gefordert, als Ausgleich zumindest in den Hauptverkehrszeiten mehr Bahnen fahren zu lassen.

Auch auf der Linie 12 der Tram zwischen dem Pasedagplatz in Weißensee und dem Kupfergraben in Mitte werden die Bahnen nach dem Fahrplanwechsel im Dezember tagsüber meist alle 15 Minuten statt alle 20 Minuten fahren.

Mehr Fahrten gibt es sonnabends bis 20 Uhr zudem beim Bus X 11 zwischen dem U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee und dem Mariendorfer Damm. Auf der Linie 115 beginnen die Fahrten zwischen dem Fehrbelliner Platz und Roseneck bereits um 4.30 Uhr und von 13 bis 18 Uhr gibt es auf diesem Abschnitt einen Zehn-Minuten-Takt. Verkürzt werden zum Teil nachts auch die Taktzeiten auf den Buslinien X 33 und 125.

Die Fahrleistungen der BVG sind im Verkehrsvertrag mit dem Senat festgelegt. Vermutungen, mit dem Mehrangebot gleiche die BVG jetzt vertragswidrige Kürzungen aus den Vorjahren aus, wies BVG-Sprecherin Petra Reetz zurück. Mit dem Verkehrsvertrag, der seit diesem Jahr gilt, werden die Leistungen der BVG zum ersten Mal von außen kontrolliert – gemeinsam vom Beratungsunternehmen KCW und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Erbringt die BVG die vereinbarten Leistungen nicht, erhält sie nun mit dem Verkehrsvertrag auch weniger Geld.

Jetzt wartet das Unternehmen auf den Einsatz der ersten „Mobilitätshelfer“ aus dem gemeinsamen Programm für Langzeitarbeitslose vom Bund und vom Land. Ähnlich wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sollen diese Mitarbeiter, die von der BVG zwar nicht bezahlt, aber geschult werden, hauptsächlich Touristen und Gelegenheitsfahrer vor allem mit Auskünften helfen. Aufgaben, für die die BVG selbst zuständig sei, dürften sie nicht übernehmen, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Sie seien deshalb auch nicht für den Sicherheitsbereich vorgesehen, in dem die BVG rund 150 Mitarbeiter beschäftigt. Mehr Personal auf Bahnhöfen, wie es gestern Innensenator Ehrhart Körting (SPD) im Tagesspiegel gefordert hat, könne es nur geben, wenn der Senat dies auch finanziere. Körting hatte erklärt, darüber müsse man nachdenken.

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