Öffentlicher Personennahverkehr : Grüne: Senat bremst Bus und Tram

Seit vier Jahren stagniert die durchschnittliche Busgeschwindigkeit. Dabei hat das Land bis 2010 rund 55 Millionen Euro für effektivere Ampelsteuerungen im öffentlichen Personennahverkehr ausgegeben.

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Rund 55 Millionen Euro hat das Land bis 2010 für effektivere Ampelsteuerungen im öffentlichen Personennahverkehr ausgegeben. Doch Busse und Straßenbahnen sind nicht schneller als vorher geworden. Seit vier Jahren stagniert die durchschnittliche Busgeschwindigkeit bei 19,5 km/h. Dies geht aus einer parlamentarischen Anfrage der Grünen-Verkehrspolitikerin Claudia Hämmerling hervor. Werte für die Straßenbahn nannte die Verkehrsverwaltung nicht. Laut Hämmerling wurde die Tram jedoch deutlich langsamer. Laut BVG-Zahlenspiegel betrug 2003 das Durchschnittstempo der Tram 19,6 km/h. Im vergangenen Jahr habe sie nur noch bei 19 km/h gelegen. „Die Verkehrslenkung Berlin hat versagt. Senatorin Junge-Reyer hat die eigene Behörde nicht im Griff. Der Senat hat 55 Millionen Euro zum Fenster rausgeschmissen“, sagte Hämmerling dem Tagesspiegel.

Laut Anfrage flossen rund 23 Millionen Euro in den Busbereich und 32 Millionen Euro in den Straßenbahnverkehr. Mit dem Geld wurden unter anderem Lichtzeichenanlagen modernisiert, Bussonderfahrstreifen angeordnet und Haltestellenstandorte versetzt.

2008 verabschiedete die Verkehrsverwaltung mit der Verkehrslenkung eine Qualitätsvereinbarung mit dem Ziel, den öffentlichen Personennahverkehr schneller zu machen. „Durchschnittswerte sind nicht ausschlaggebend, sondern Streckenabschnitte“, sagte Behördensprecherin Petra Rohland. „Kommt es dort zu langsameren Geschwindigkeiten, müssen die Ursachen untersucht werden.“ Nur könne zum Beispiel nicht jede Baustelle ad hoc beseitigt werden. Hätte der Senat die 55 Millionen Euro aber nicht investiert, „wäre der ÖPNV noch langsamer“. Bus und Bahn bräuchten „Vorrang auch vor Fahrrädern und Fußgängern“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Man beobachte die Geschwindigkeitsergebnisse der zwei eingerichteten „Musterlinien“, die Straßenbahnlinie M1 und die Buslinie M 29.

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