Öffentliches Wlan zur EM : 100 Hotspots für Berlin - aber wo?

Bis zur Fußball-EM soll es an 100 Orten in Berlin kostenfreies W-Lan geben – wo genau, ist aber auch wenige Wochen vor dem Start der EM noch nicht klar.

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Welche Bezirke mit Hotspots versorgt werden sollen, wird erst in der nächsten Woche verraten. Foto: dpa
Welche Bezirke mit Hotspots versorgt werden sollen, wird erst in der nächsten Woche verraten.Foto: dpa

Vor zwei Wochen versprach der Chef der Senatskanzlei, Björn Böhning, im Tagesspiegel, dass bis zur Fußball-Europameisterschaft die ersten 100 kostenfreien W-Lan-Hotspots in Berlin installiert werden. Also bis zum 10. Juni, da ist nicht mehr viel Zeit. Mit vier Bezirken sei ein Nutzungsvertrag über die Installation der Sendemasten abgeschlossen worden, konkretisierte Böhning jetzt seine Ankündigung. Welche Bezirke das sind und wo die Hotspots eingerichtet werden, will er aber erst in der nächsten Woche verraten.

Auch das Start-up-Unternehmen „abl social federation“ aus Fürth, das der Senat mit dem Aufbau des öffentlichen W-Lan-Angebots im November 2015 beauftragt hatte, war am Mittwoch nicht erreichbar. Anfragen landeten in der telefonischen Dauerschleife („derzeit sind alle Mitarbeiter im Gespräch“). Auf ihrer Internetseite wirbt die Firma immer noch mit der Ankündigung, bis Mitte 2016 nicht 100, sondern 650 Hotspots einzurichten. Von diesem ehrgeizigen Ziel hat die Senatskanzlei nach acht Jahren Vorbereitungszeit aber längst Abstand genommen. Auch ist nicht mehr die Rede davon, dass das freie W-Lan zeitnah in allen zwölf Berliner Bezirken, also flächendeckend, angeboten wird.

Der Haken liegt im Berliner Verwaltungshandeln

Noch im März hatte der Geschäftsführer von „abl social federation“, Benjamin Akinci, von einem „weiteren Ausbau auf insgesamt 2000 Hotspots bis spätestens Ende 2017“ gesprochen. Es gibt auch gute Gründe, der bayerischen Firma das Projekt technisch und wirtschaftlich zuzutrauen. Das Unternehmen hat gute Referenzen, auch wenn die 30 Mitarbeiter offenbar nicht gern ans Telefon gehen. Der Problem steckt woanders, nämlich im Berliner Verwaltungshandeln. So wurden die Bezirke im September 2015 von der Senatskanzlei gebeten, neben den Rathäusern noch weitere „zentrale Plätze oder öffentliche Gebäude“ zu benennen, die für das freie W-Lan geeignet seien. Charlottenburg-Wilmersdorf schlug beispielsweise den Breitscheid- und Hardenbergplatz sowie den Joachimsthaler Platz vor. Die Firma „abl social federation“ wiederum benannte eigene Standorte, die wohl nur teilweise mit den bezirklichen Vorstellungen kompatibel waren. Außerdem mussten sich alle Stadträte koordinieren, und Belange des Denkmalschutzes, des Jugendschutzes sowie schulfachliche Fragen waren zu klären. Auch die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH hat ein Wörtchen mitzureden.

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