Ökostrom "Made in Berlin" : Berliner Stadtwerk liefert mehr Solarstrom

Nach schwierigem Start haben die Berliner Stadtwerke jetzt nennenswerte Kapazitäten aufgebaut - und einen Ökostrom "Made in Berlin" im Angebot.

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Am Freitag trafen sich u.a. Finanzsenator Matthias-Kollatz-Ahnen und BWB-Chef Jörg Simon auf dem Solardach in Hellersdorf.
Am Freitag trafen sich u.a. Finanzsenator Matthias-Kollatz-Ahnen und BWB-Chef Jörg Simon auf dem Solardach in Hellersdorf.Foto: promo/Berliner Stadtwerke

Die 2014 gegründeten Berliner Stadtwerke haben einen Wachstumsschub bekommen: Am Donnerstag nahm das Tochterunternehmen der Berliner Wasserbetriebe (BWB) in Hellersdorf eine 2650 Quadratmeter große Solaranlage in Betrieb. Die auf Dächern von Stadt- und-Land-Mietshäusern installierten Module leisten bis zu 330 Kilowatt und sollen im Laufe des Jahres auf 561 Kilowatt erweitert werden.

Das genügt, um fast 1000 Haushalte zu versorgen. Insgesamt haben die Stadtwerke nach eigenen Angaben Verträge für eine Gesamtleistung bis 2253 Kilowatt abgeschlossen. Das soll gegenüber konventionellem Strom knapp 1100 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr vermeiden. Die Energie wird möglichst direkt zu den Mietern im Haus geleitet; etwa zehn Prozent von ihnen haben bisher unterschrieben; rund ein Drittel gilt als realistisch. Zeitweise Überschüsse und Engpässe beim Sonnenstrom werden übers normale Stromnetz ausgeglichen.

Seit Ende 2015 ist ein Berliner Ökostromtarif stadtweit buchbar

Mit diesem „Mieterstrommodell“ und der Beteiligung an Windparks im Umland ist es dem Unternehmen gelungen, sich auf dem umkämpften Markt der Ökostromanbieter zu etablieren. Demnächst will das Stadtwerk zwei eigene Windräder südlich von Berlin in Betrieb nehmen, weitere sind geplant. Der Aufbau eines leistungsfähigen Stadtwerks war eine der Kernforderungen des Energie-Volksentscheids Ende 2013, der knapp am notwendigen Quorum gescheitert war.

Die rot-schwarze Koalition hatte sich auf das Stadtwerk geeinigt, das aber auf Drängen der CDU nicht werben und keine externen Erzeugungskapazitäten zukaufen darf. Seit Ende 2015 ist der „BerlinStrom“ stadtweit buchbar und dabei günstiger als die Tarife des Platzhirschen Vattenfall. Bisher hat das Stadtwerk nach Auskunft der BWB erst einige hundert Kunden - und deshalb zurzeit noch reichlich freie Kapazitäten im Angebot.