Berlin : Ölpreise: Geld nicht verfeuern

ths

Die Preise für Heizöl haben sich gegenüber September 1999 mehr als verdoppelt. Die Kosten für Zentralheizung könnten daher um 60 bis 70 Prozent steigen, sagte gestern Reiner Wild, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Berliner Mietervereins. Er rechne ab 2001 im Schnitt mit zusätzlichen jährlichen Heizkosten von neun Mark pro Quadratmeter. Das bedeute für eine durchschnittliche zentralbeheizte 60-Quadratmeter-Wohnung Mehrkosten von rund 540 Mark, bei 100 Quadratmetern sogar 900 Mark.

Wie können Mieter und Wohneigentümer angesichts dieser Kostenexplosion Heizkosten sparen? Diese Frage beantwortet der "Berliner Heizspiegel für zentralbeheizte Wohngebäude", den die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gestern vorgestellt hat. Nach dem Vorbild des "Mietspiegels" können Betroffene feststellen, in welchem Verhältnis der eigene Verbrauch zum Berliner Durchschnitt liegt.

So lässt sich der Heizkostenverbrauch pro Quadratmeter in eine von sechs Heizklassen einordnen - etwa für "innovative Neubauten", Altbauten, Plattenbauten oder Gebäude "mit dringendem Handlungsbedarf". Sind die Kosten höher als der Durchschnitt, dann sollte man zunächst das eigene Verhalten prüfen. Der "Heizspiegel" gibt Tipps, mit denen sich bis zu 30 Prozent Kosten einsparen lassen. Ein Grad Raumtemperatur weniger spart beispielsweise so viel Energie, wie ein täglich benutzter Geschirrspüler verbraucht. Eine große Rolle spielen auch das Lüften sowie die Steuerung der Anlage und die Wärme der Heizkörper an milden Tagen.

Liegt der Verbrauch trotz sparsamen Verhaltens sehr hoch, kann die Qualität der Heizanlage der Grund sein oder aber eine mangelhafte Wärmedämmung des Gebäudes. Der Mieterverein bietet seinen Mitgliedern die unentgeltliche Auswertung der Heizkostenabrechnung an. Nichtmitglieder können diese Berechnung von der KEBAB gGmbH (Kombinierte Energiespar- und Beschäftigungskonzepte) durchführen lassen. Mehrere Mieter können sich die Kosten von 50 Mark pro Gebäude teilen.

Der "Heizspiegel" ist erhältlich bei der Bürgerberatung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (wird kostenlos zugeschickt), Württembergische Straße 6, 10707 Berlin, Telefon: 901 256 73, Fax: 901 231 00 , den Beratungsstellen der Bezirksämter und des Berliner Mietervereins, bei der KEBAB GmbH oder im Internet unter www.heizspiegel-berlin.de

Die Heizölpreise sind nach der Beruhigung der Lage im Nahen Osten inzwischen wieder leicht zurückgegangen. Sie liegen sogar unter den Werten der vorigen Woche. Bei Abnahme von 1000 Litern bewegt sich die Spanne zwischen 99 Mark und 112 Mark pro Hektoliter. Bei 10 000 Litern sind es 91 bis 104 Mark. Tagesaktuelle Preise werden über die Telefonnummer 0190/161 131 (1,21 DM pro Minute) veröffentlicht.

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