Berlin : ÖPNV: Das Warten auf günstigere Tarife geht weiter

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Rauf und runter gehen nach dem Willen des Senats vom 1. August an die Preise für Fahrten mit Bahnen und Bussen, die ursprünglich unverändert bleiben sollten. Doch zunächst geht das Hin und Her, ob es überhaupt zu einer Tarifänderung kommt, weiter. Der Aufsichtsrat des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) hat gestern die Entscheidung auf den 14. Februar vertagt. Das erst gestern von Verkehrssenator Peter Strieder (SPD) vorgestellte Konzept war nach Ansicht des Gremiums zu kurzfristig präsentiert worden. Bisher hieß es, wenn es keine Entscheidung am Dienstag gebe, sei eine Tarifänderung in diesem Jahr nicht mehr möglich.

Nach Strieders Plänen, die er zunächst nur mit der BVG vereinbart hatte, sollen Monatskarten für Schüler deutlich billiger, die meisten Einzelfahrscheine sowie die Monats- und Jahreskarten dagegen teurer werden. Neu ist eine personenbezogene "Berlin-Card" für 69 Mark im Jahr, die es den Inhabern erlaubt, Ermäßigungsfahrscheine zu kaufen. Monatskarten gelten nicht mehr starr vom 1. eines Monats, sondern ab jedem beliebigen Tag. Die Kleingruppenkarte und die geplante Freizeitkarte entfallen.

Von der neuen Tarifstruktur profitierten vor allem Familien, sagte Strieder (SPD) gestern. Der Preis der Schülerkarte sinkt für das erste Kind im Stadtgebiet AB von 60 Mark auf 45 Mark. Neu ist eine "Geschwisterschülerkarte" zum Preis von 30 Mark. Bisher musste eine Familie für drei Kinder im Monat 180 Mark aufbringen, in Zukunft sind es nach den Plänen des Senats 105 Mark. Billiger werden auch Großgruppenkarten für Schüler.

Die "Berlin-Card" solle vor allem Gelegenheitsfahrer animieren, öfter in Bahnen und Busse zu steigen. Die Käufer dieser Karte müssen dann aber jedes Mal einen - allerdings ermäßigten - Fahrschein kaufen, was bei den komplizierten Automaten nicht immer einfach ist. Die Erhöhung der Preise für Einzelfahrscheine und Tageskarten rechtfertigte Strieder mit dem Hinweis, dies treffe vor allem Touristen. Der "leichte" Anstieg bei den Monatskarten sei nicht vermeidbar gewesen.

Die Tarifänderungen zeitgleich Anfang des nächsten Jahres mit dem Euro einzuführen, sei nicht möglich, weil die Euro-Premiere zu keinen Preiserhöhungen führen dürfe.

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