Özcan Mutlu : Happy End im Streit um die Würstchen

Der Streit zwischen Özcan Mutlu und einem Currywurst-Verkäufer ist offenbar zu Ende. Der Gastronom entschuldigte sich bei dem Grünen-Politiker.

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Özcan Mutlu
Özcan MutluFoto: dapd

Alles ist wieder gut. Ein mannhafter Handschlag im Zimmer 483 des Berliner Abgeordnetenhauses beendete am Mittwoch überraschend schnell den Streit zwischen dem Currywurst-Verkäufer Oguzhan K. und dem Grünen-Politiker Özcan Mutlu.

Fünf Tage zuvor waren die beiden türkischstämmigen Berliner an einer Imbissbude Unter den Linden aneinander geraten. Dem Abgeordneten war der Preis von elf Euro für zwei Currywürste, eine Portion Pommes und eine Fanta zu hoch erschienen, er hatte die Bestellung zurückgezogen und war – seinen Aussagen zufolge – vom Verkäufer beschimpft worden, weil er im Fastenmonat tagsüber esse und dann auch noch Schweinefleisch. Es kam zum Wortgefecht, wohl auch zu gegenseitigem Geschubse. Mutlu rief die Polizei, stellte Anzeige wegen Beleidigung und später wegen Körperverletzung. Auch der Würstchenverkäufer zeigte Mutlu wegen Körperverletzung an.

Seit Tagen ging das Thema durch die Presse, noch am Dienstag hatte der Würstchenverkäufer gesagt, dass er von Mutlu provoziert worden sei. Wenige Stunden später zog er seinen Strafantrag zurück, am Mittwoch entschuldigte er sich öffentlich bei Mutlu. Seinen plötzlichen Sinneswandel erklärte der 20-Jährige mit seiner durch „eine Auszeit“ erlangten Erkenntnis, dass das alles zu viel Rummel um eine oder besser gesagt zwei Würstchen sei. Er habe wohl „überreagiert“, weil er am bewussten Freitag schon stundenlang Würstchen und kalte Getränke verkauft hatte und selbst wegen des Fastenmonats nichts essen und trinken durfte, erklärte Oguzhan K.: „Es ist viel los, der Laden ist klein, du hast Hunger und siehst die ganze Zeit, wie andere trinken“.

Ob der Würstchenstreit damit auch juristisch beendet ist, entscheidet die Staatsanwaltschaft. Mutlu, der in jüngster Zeit mehrfach in die Kritik geraten war, nahm die Entschuldigung jedenfalls gern und erleichtert an. „Ich entschuldige mich auch, falls meine Bemerkungen zu den hohen Preisen ehrverletzend waren“, sagte er.

Die Preise am Imbiss werden übrigens nicht gesenkt. Das wäre – selbst in Wahlkampfzeiten – dann wirklich zu schön, um wahr zu sein.

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