Berlin : Offen für Tempelhof

Wowereit bietet Bund an, Flugbetrieb fortzusetzen

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Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) schließt die Erhaltung des innerstädtischen Flughafens Tempelhof offenbar nicht mehr grundsätzlich aus. Er erwarte in dieser Frage vom Bund eine klare Aussage, ob dieser das Areal übernehme und zum Beispiel die Flugbereitschaft der Bundesregierung von Köln nach Berlin verlege, sagte Wowereit in einem Streitgespräch mit CDU-Herausforderer Friedbert Pflüger bei der „Berliner Morgenpost“. Eine solche Ankündigung habe er bisher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht gehört, deshalb bleibe es beim Schließungsbeschluss für den Flughafen: „Das ist ein Anachronismus, so ein Flughafen mitten in der Stadt“.

Luftfahrtexperten zweifeln jedoch an der Eignung Tempelhofs als Standort für die Flugbereitschaft und halten es für ausgeschlossen, dass beispielsweise ein vollbetankter und vollbesetzter Airbus dort starten und landen kann, da die Startbahn zu kurz ist. Tempelhof soll im Oktober 2007 dichtgemacht werden.

Dagegen sagte Friedbert Pflüger, Merkel habe sich gegen die Schließung ausgesprochen. „Ich werde die Kanzlerin beim Wort nehmen“, sagte er. Merkel hatte Ende August bei einer CDU-Wahlkampfveranstaltung dafür plädiert, Tempelhof offen zu halten. Allerdings betonte ein Regierungssprecher, Merkel habe dabei nicht als Bundeskanzlerin, sondern als Parteivorsitzende gesprochen und nicht die Position des Bundes vertreten. Nach Darstellung Pflügers wäre die Schließung des City-Airports ein „verhängnisvolles Signal“ in einer Stadt, die auf Investoren angewiesen sei. Er appellierte an Wowereit, Tempelhof „wenigstens bis 2011“ offen zu halten, wenn der Großflughafen Schönefeld in Betrieb gehen soll. Tsp

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