Berlin : Offensive für Teilzeitarbeit Gewerkschaften legen Solidarpakt-Vorschläge vor

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Die DGBGewerkschaften Verdi, GdP und GEW wollen durch eine Offensive zur Arbeitszeitverkürzung auf freiwilliger Basis einen Großteil der Sparvorgaben bei den Personalkosten erbringen. Damit könnten 250 Millionen Euro jährlich eingespart werden, sagte Berlins Verdi-Chefin Susanne Stumpenhusen. Die Gewerkschaften berufen sich auf Berechnungen des Senats, wenn 15 Prozent der Beschäftigten auf eine 35-Stunden-Woche gingen.

Zudem sehen sie unter anderem Einsparpotenziale von 82,5 Millionen Euro beim Abbau von Hierarchien Behörden und 30 Millionen Euro durch Verzicht auf Beförderungen. „Allein durch eine vernünftige Ausweitung der Teilzeit lässt sich mehr einsparen als durch die vom Senat angekündigten einseitigen Maßnahmen“, sagte Stumpenhusen. Mit den Vorschlägen wollen die Gewerkschaften den Senat wieder an den Verhandlungstisch bringen. Einschnitte in Tarifverträge lehnen die Gewerkschaftschefs nach wie vor vehement ab. Diese Position wird von den Gewerkschaftsgremien unterstützt.

Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hält die durch Teilzeit zu erzielenden Einsparungen nicht für realistisch. Wer von dieser Größenordnung ausgehe, „lügt sich ein wenig in die eigene Tasche“, sagte Körting. Berlin habe derzeit eine Teilzeitquote von über 17 Prozent, dies sei kaum steigerbar. Auch der Verzicht auf Beförderungen ist seiner Auffassung nach nicht sinnvoll. Beförderungen seien wichtig für die Motivation. Körting sagte jedoch, man werde das Gesprächsangebot der Gewerkschaften annehmen und auf sie zugehen. Er sieht dennoch keine Veranlassung, den Ausstieg aus den Arbeitgeberverbänden und die Bundesratsinitiative zur flexibleren Beamtenbesoldung aufzuschieben oder zurückzuziehen. sik

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