Berlin : Ohne Abbitte kein Auftritt

Schwulenfeindlich: Sänger soll sich entschuldigen

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Das Lied, um das es in dieser Geschichte geht, ist zwölf Jahre alt – und Anlass für reichlich Ärger. „Boom Bye Bye“ heißt das Lied, dessentwegen der jamaikanische ReggaeSänger Buju Banton in Hamburg und Saarbrücken kürzlich nicht auftreten durfte – wegen eines schwulenfeindlichen Textes. Womöglich ist es auch der Grund dafür, dass Banton, der bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele sang, am kommenden Mittwoch nicht in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg auftreten wird. Das jedenfalls sagte Torsten Wöhlert, Sprecher der Kultursenatsverwaltung, dem Tagesspiegel: „Das Konzert wird nur dann in der Kulturbrauerei stattfinden, wenn sich der Künstler in den nächsten Tagen persönlich entschuldigt.“

Damit reagiert der Senat auf einen Protest des Lesben- und Schwulenverbands LSVD Berlin-Brandenburg. Der sieht nach Worten seines Sprechers Jörg Litwinschuh in der Textzeile „Boom (gunshot) bye bye ... inna batty bwoy head“ (Bumm, bye bye, ein Schuss in den Kopf des Schwulen) einen „offenen Aufruf zur Ermordung Homosexueller“. Der Verband rief daher den Konzertveranstalter, die Consens GmbH, auf, den Sänger auszuladen oder sich öffentlich von ihm zu distanzieren. Interessant in diesem Zusammenhang: Consens arbeitet im Auftrag der Kultursenatsverwaltung und wird von ihr finanziert. „Wir haben Consens aufgefordert, die nötige Sensibilität an den Tag zu legen“, sagte Wöhlert.

Der deutsche Tourveranstalter Buju Bantons, die Konzertagentur Revelation Concerts in Hamm, schloss eine Entschuldigung des Künstlers nicht aus. Allerdings sagte Geschäftsführer Christoph Tewes auch: „Von dem Text distanzieren wir uns. Aber: Das Lied ist zwölf Jahre alt. Der Künstler hat sich schriftlich erklärt, wir haben das auch getan.“ Der LSVD sieht Banton jedoch nicht geläutert: „Er hat sich auch in der Erklärung von diesem Song bis heute nicht distanziert“, sagte Litwinschuh. Für den Fall, dass das Konzert nicht in der Kulturbrauerei stattfinden wird, seien andere Berliner Clubs interessiert, sagte Konzertmanager Christoph Tewes. mne

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